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Vom Arztdasein in Amerika – 01.12.2014

Was kommt im US-Gesundheitswesen?

Es sind deutliche Veränderungen des US-Gesundheitswesens in den letzten Jahren eingetreten. Gerade die Krankenhäuser sind besonders von diesen Veränderungen betroffen, und es herrscht Unsicherheit, bei manchen gar Angst, was noch kommen wird. Für mich ist klar, dass die von Präsident Obama eingeführten Reformen im Jahr 2010, die Jahr um Jahr neue Änderungen bedingen, diesen Transformationsprozess zwar nicht unbedingt ausgelöst, aber doch katalysiert haben. Er lässt sich hierbei in wenigen Sätzen umreiβen:

Erstens findet eine Restrukturierung des Gesundheitswesens statt. Die Patienten­versorgung findet weniger in Krankenhäusern, dafür aber umso mehr in ambulanten Einrichtungen und Postakutversorgungseinrichtungen wie z.B. Rehahäusern statt. Das bedeutet naturgemäβ, dass weniger Krankenhausärzte und –pflegepersonal und letztlich Krankenhäuser gebraucht werden, dafür umso mehr ambulante Einrichtungen. Eine Abnahme der Krankenhäuser und Bettenzahlen ist festzustellen und wird noch weiter voranschreiten.

Zweitens hat eine Diversifizierung der im Gesundheitswesen angestellten Personen stattgefunden. Dieses ist zwar nicht unbedingt durch die Reformen gewollt, aber findet statt, um die neuen Qualitätsindikatoren, die von der US-Regierung vorgegeben werden wie z.B. Wiederaufnahmequote oder Zahl der noskomialen Infektionen besser über­wachen und optimieren zu können. Letztlich hat der Verwaltungsapparat im Gesund­heitswesen hierdurch wohl zugenommen.

Drittens hat eine Ausweitung der Krankenversicherten stattgefunden, wodurch nun ehemals unversicherte Menschen sich eine Behandlung ihrer Krankheiten erlauben können. Das erhöhte Volumen merkt man vor allem in ärmeren Städten und Regionen.

Viertens findet eine vermehrte Diskussion zur Kostendecklung statt. In fast jedem ärztlichen US-Journal finde ich einen Artikel, in dem es darum geht, die Effizienz des Gesundheitswesens in irgendeiner Form zu erhöhen, um die Kosten hierdurch zu senken. Auch die internen Rundschreiben handeln oft hiervon, und es vergeht kaum eine Konferenz, in der wir Ärzte nicht über dieses Thema sprechen.

Diese Veränderungen sind anstrengend für die meisten meiner Kollegen, mich eingeschlossen. Es überrascht daher nicht, dass einige in den vorzeitigen Ruhestand gehen, andere zu Postakuteinrichtungen wechseln, andere wiederum wie ich in die Teilzeit wechseln. Es herrscht Unsicherheit vor was noch auf uns zukommt


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