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Gesundheit – 24.02.2014

Checkliste vermeidet Katheter-assoziierte Infektionen

In puncto Sicherheit könnten Mediziner von der Luftfahrt lernen. Piloten und Bordpersonal überprüfen vor jedem Flug die Tauglichkeit ihres Flugzeugs mit einer Reihe von Checklisten. Ärzte verlassen sich in der Behandlung ihrer Patienten lieber auf Routine und Intuition, dem Pflegepersonal unterlaufen bei lang­jähriger Erfahrung ohnehin keine Fehler. Checklisten gelten als bürokratischer Ballast.

Wie trügerisch diese Haltung sein kann, zeigt eine Studie der kalifornischen Stanford Universität. Auf einer Intensivstation der dortigen Kinderklinik wurden automatische Checklisten zur Kontrolle intravenöser Zugänge eingeführt. Dem Personal bleibt zwar das Ankreuzen auf einer Frageliste erspart. Über ein Display auf der Schwesternstation erhielt es aber eine Meldung, wenn ein Zugang bei einem Patienten überprüft werden, ein Verbandwechsel anstand oder der Arzt die Notwendigkeit des intravenösen Zugangs überprüfen musste.

Eine IT-Firma hatte die Displays aufgestellt und die Software entworfen, die auf die Angaben in der elektronischen Krankenakte zugriff und mit den Empfehlungen der geltenden Leitlinien verknüpfte. Dies gelang auch. Die Compliance des Personals wurde verbessert und die Rate der katheter-assoziierten Infektionen ging um mehr als zwei Drittel von 2,6 auf 0,7 pro 1.000 Tage mit intravenösem Zugang zurück. Die Investition in die elektronischen Checklisten haben sich schnell amortisiert. Die Autoren schätzen die finanziellen Einsparungen durch die Vermeidung teurer Infektionen auf 260.000 US-Dollar.



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