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Das lange Warten – 10.03.2014

Gesundheitliche Probleme

Paul Behrend hat nach wie vor eine Reihe gesundheitlicher Probleme, die mit der Dialyse zusammenhängen: „Ich leide zunehmend unter meiner Polyneuropathie, also den extremen Gefühlsstörungen in den Füßen. Aber auch ein massiver Kräfteabbau in den Beinen macht mir zu schaffen, dessen Ursache allerdings bisher noch unklar ist.“

Behrend vermutet, dass sein gestörter Kalziumhaushalt und ein Abbau der Muskulatur durch Eiweißmangel dabei eine Rolle spielen. Den Eiweißmangel könnte er zwar durch einen erhöhten Fleischkonsum beheben, doch dadurch würde er wiederum auch vermehrt Phosphat zu sich nehmen. „Und das Phosphat ist ja mein altes Problem. Also versuche ich alles irgendwie auszubalancieren, allerdings offenbar ohne großen Erfolg, weil ich nach wie vor zunehmend Muskulatur in den Beinen verliere.“

„Seit Anfang des Jahres konnte ich keinen Sport treiben, weil mir ständig irgendeine Krankheit einen Strich durch die Rechnung machte.“ Jetzt will Behrend mit einem moderaten Aufbautraining beginnen. „Da bin ich schon etwas aufgeregt, weil ich gar nicht weiß, ob ich das noch kann. Aber ich werde schrittweise versuchen, meine Kraft zu steigern.“

Demnächst steht für Behrend auch wieder eine Operation an. Er muss sich die Nebenschilddrüsen entfernen lassen. Die Nebenschilddrüse produziert das sogenannte Parathormon, das im menschlichen Körper den Kalzium- und Phosphathaushalt reguliert, der bei Behrend „völlig durcheinander geraten ist“, weshalb er zurzeit nach wie vor nicht transpantabel ist. Die Ärzte hätten ihm aber Hoffnung gemacht, dass zwei bis drei Monate nach der Operation der Kalzium- und Phosphathaushalt sich wieder reguliert hätten, und er dann wieder transpantabel sein werde.

Bei seiner letzten großen Untersuchung im Transplantationszentrum habe man festgestellt, dass die Kalzifizierung in den Beinen und im Becken weit fortgeschritten sei. „Das hat mich dann doch erschüttert. Damit hatte ich nicht gerechnet“, berichtet Behrend.

Glücklicherweise haben sich aber inzwischen seine Kiefer- und Zahnprobleme gebessert. „Die drohenden Infektionsherde sind weg, und alles ist gut verheilt. Ich werde jetzt viermal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen, um dafür zu sorgen, dass an den anderen Zähnen alles in Ordnung ist.“ Alles Weitere sei jetzt eine Frage der Prothetik. „Ich will mir mit Sicherheit vier Zähne als Prothesen erneuern lassen. Ob ich das über Implantate machen lasse, weiß ich allerdings noch nicht. Die Implantate sind schließlich für jemanden, der immunsupprimiert ist, so wie ich, ein neuer Infektionsherd.“

Zur Dialyse geht Behrend zurzeit nachmittags. Das bietet eine Reihe von Vorteilen. „Ich bin dann spätestens um 20 Uhr zu Hause und kann mit meiner Frau auch mal wieder ins Kino gehen.“ Auf seiner Dialysestation versuche man ihn allerdings davon zu überzeugen, wieder zur Nachtdialyse zu wechseln, weil diese bei ihm zu besseren Werten führen würde. Behrend hält jedoch nicht viel von diesem Vorschlag: „Ich habe versprochen, dass ich noch einmal einen Versuch unternehmen werde, aber wenn ich dann nachts wieder nicht schlafen kann, war das mein letztes Experiment dieser Art.“

Einen Hoffnungsschimmer gibt es auch: „Meine Ärzte haben mir mitgeteilt, dass ich wieder transpantabel bin, wenn ich die Schilddrüsenoperation überstanden habe und mein Kalziumspiegel wieder in Ordnung ist. Und bei meiner langen Wartezeit und meinem ansonsten guten Gesund­heitszustand geht man davon aus, dass ich in einem halben Jahr eine reelle Chance auf ein Organ habe.“ Und wenn das so wäre,
würde ihn das „sehr, sehr freuen“, meint Behrend abschließend.   



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