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Vom Arztdasein in Amerika – 23.12.2013

Der deutschsprechende "Migrationsarzt"

Es passiert immer wieder, dass Kollegen mich auf einen deutschsprechenden Arzt hinweisen. Meistens sind es Ärzte, die in der Schulzeit deutsch gelernt haben, und wir reden dann ein paar Minuten im Kauderwelsch englisch-deutsch höfliche Takte miteinander. 

Seltener hingegen treffe ich einen Arzt, der wirklich in Deutschland ausgebildet worden ist, und damit fließend deutschsprechend ist; wir deutschen Ärzte scheinen echte Mangelware im riesigen Land USA zu sein, trotz des massiven Einflusses deutscher Kultur im hiesigen Raum und trotz Abertausenden an jährlicher Zuwanderern.

Von den wenigen deutschsprechenden Ärzten, die ich mittlerweile angetroffen habe, besitzt interessanterweise eine Großzahl unter ihnen Migrationshintergrund. So gibt es einen Iraner, der für sein Medizinstudium nach Deutschland gegangen ist und dann nach zwei Jahren ärztlicher Tätigkeit in die USA übergesiedelt ist und hier nun schon seit vielen Jahren tätig ist. Oder ein Arzt aus Syrien, dessen Eltern nach Deutschland eingewandert sind, als er ein junger Kerl war, und der nach dem Medizinstudium ebenfalls in die USA zog und hier seit fünf Jahren ärztlich arbeitet.

Etliche mehr habe ich bisher getroffen, sei es eine Chinesin oder einen Nigerianer, die allesamt im exzellenten Deutsch mit mir fachsimpeln konnten, viele Jahre in Deutschland gelebt und persönliche Bindungen aufgebaut haben, die aber beruflich bedingt nicht in Deutschland bleiben, sondern in den USA arbeiten wollten.

Die Gründe sind stets die üblichen: Bessere Vergütung, Forschungsbedingungen und Abeitsklima sowie stärkere Meritokratie. Diese überproportionale Abwanderung ausländischer Ärzte spiegelt sich auch in der Statistik der Bundesärztekammer wider: 33,2% aller im Jahr 2012 abgewanderten Ärzte waren nicht-deutsch (http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.3.11372.11383), bei einem Anteil an ausländischen Ärzten von etwas weniger als 10% in Deutschland.

Es müsste einmal über den intellektuellen Fortzug - "brain drain" auf englisch - aus Deutschland diskutiert werden; aber bekanntermaßen hat die Politik andere Prioritäten.


Leserkommentare

a. skrziepietz am Sonntag, 29. Dezember 2013, 20:26
Mal was positives
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/brutale-attacke-in-berlin-pankow-zehn-vermummte-ueberfallen-familie-im-park/9269082.html

Entscheidender Satz: "alle haben deutsche Namen". In Berlin muß das hervorgehoben werden, weil angeblich 80 Prozent der Berliner Intensivtäter einen Migrationshintergrund haben. Die meisten von ihnen – 43 Prozent – sollen arabischer Herkunft sein, 32 Prozent aus der Türkei stammen.
http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-34723/berliner-oberstaatsanwalt-ueber-seine-erfahrungen-junge-arabischstaemmige-gewalttaeter-verachten-unser-land_aid_1161858.html
a. skrziepietz am Samstag, 28. Dezember 2013, 14:14
Die Gutmenschen laufen Amok
Ich war nie türkenfeindlich. ich bin islamkritisch. Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, auch nichts mit Rechtsradikalismus - auch wenn es den Gutmenschen nicht gefällt. Denn der Islam ist nämlich über weite Strecken rechtsradikal. Heinrich Himmler wußte das noch, er war begeistert von der ideologischen Nähe zwischen Islam und Nationalsozialismus und stellte eine islamische SS-Division auf (sog. Muselgermanen) http://de.wikipedia.org/wiki/13._Waffen-Gebirgs-Division_der_SS_%E2%80%9EHandschar%E2%80%9C_%28kroatische_Nr._1%29

Ihre Mitarbeieterin ist ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Es gibt auch Beispiele für weniger gelungenen Integration, aber auf die darf man nicht hinweisen, weil das rääächtsradikaaaal wäre. Lesen Sie mal das hier (politisch völlig unbedenklich, da von einem Türken geschrieben):
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_schlachten_hat_begonnen
Zitat: "Zunächst einmal ist der sogenannte Migrant in den letzten dreißig Jahren durch eine beispiellose und pathologische Umkehrung der Werte im öffentlichen Diskurs das Objekt der Vergottung geworden, er ist ganz im gegenständlichen Sinne mehr wert als der Einheimische. Selbst seine archaischen und menschenverachtenden Sitten und seine beschissene Religion sind sakrosant und blind zu akzeptieren."

Fazit: Der Islam kann und wird in Europa nur geduldet werden, wenn er die Gedanken der Aufklärung akzeptiert. Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit Meinungsfreiheit.

Übrigens sind wir keine Kollegen, weil ich kein Arzt bin sondern nur Mediziner (so wie Karl Lauterbach und Uschi v.d. Leyen)

Schönen Gruß
(Da ich nicht sicher sein kann, daß die Redaktion nicht wieder zensiert, schicke ich Ihnen diesen Beitrag auch an Ihre
dr.med.thomas.g.schaetzler am Samstag, 28. Dezember 2013, 12:18
@ a.skrziepietz
Sehr geehrter Herr Kollege Dr. med. Andreas M. Skrziepietz,
Ihr Name spricht doch auch für einen familiären Migrationshintergrund. Deshalb verstehe ich nicht, weshalb Sie sich immer so " deutschtümelnd" und "türkenfeindlich" aufplustern müssen. Eine meiner besten Mitarbeiterinnen war mit ihren Eltern aus der Türkei gekommen und spricht geordnetes, besseres Deutsch, als Sie selbst manchmal kommentarmäßig zur Lesung bringen. Viele meiner Freunde und Bekannten bzw. Lieferanten und Geschäftspartner in Handwerk und Gewerbe sind ausländischer Abstammung. Vergleichbar fundamentalistisch wie Sie, ist keiner von ihnen aufgestellt. Selbst alle Fahrzeuge auf Deutschen Autobahnen und Straßen haben einen Migrationshintergrund, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Und dass Menschen aus Deutschland, egal welcher Hautfarbe, Religion, politischer Überzeugung oder Herkunft, als gut ausgebildete Menschen auch im Ausland ihr Glück machen wollen, müssten Sie als Projekt-Mitarbeiter: "Transkulturelle Psychiatrie" doch am besten verstehen - oder arbeiten Sie wieder unfallchirurgisch?

Wenn nicht, dann könnten Sie mit "Die Krankheiten König Richards III. anhand der Darstellung in Shakespeares Dramen" [The diseases of King Richard III. according to their descriptions in Shakespeare’s works] weitermachen
https://thieme-connect.com/ejournals/abstract/10.1055/s-0029-1243070?locale=de&LgSwitch=1
Das war gar nicht schlecht!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
a. skrziepietz am Freitag, 27. Dezember 2013, 14:49
Ein getürkter Türke
Dann lernen Sie es endlich - oder hören Sie auf, sich als "Mihigru" aufzuspielen. Das hat insofern damit zu tun, als man sich ja vorstellen kann was geschähe, wenn der Untertitel der Blöd-Zeitung "Deutschland den Deutschen" lautete. Die Gutmenschen würden aufjaulen vor Empörung - und sie hätten sogar recht damit. Es stimmt einfach nicht, daß wir ausländerfeindlich sind. Wir sind aber auch keine antideutschen Rassisten, die stets die Augen schließen, wenn es um Gewalt oder Schulersagen von "Kulturbereicherern" geht. Lesen Sie mal das hier (Taz, also politisch völlig unbedenklich): http://www.taz.de/!24528/
In der Gutmmenschen-Diktatur Deutschland wäre er persona non grata.
DerFurz am Freitag, 27. Dezember 2013, 14:39
Gegen Windmühlen
"Ein Gutmenschen-Nazi rülpst, und die Redaktion praktiziert den vorauseilenden Gehorsam. Der Untertitel der größten türkischen Zeitung lautet übrigens: Die Türkei den Türken."
Was hat irgend ein Untertitel in einer türkischen Zeitung mit der ganzen Sache zu tun? Warum lesen sie türkische Zeitung? Ich kann kein Türkisch, wenn sie es können, toll! Sehr vorbildlich, das nenne ich echten Multikulturalismus :-)
Schade dass sie nicht verstehen können dass man alle Menschen in eine Schublade stecken kann.


a. skrziepietz am Freitag, 27. Dezember 2013, 14:26
Dass die Motivation von Ärzten mit Migrationshintergrund, zu denen ich auch gehöre (ugs. Kümmeltürke), relativ gering ist in Deutschland zu bleiben
glaube ich nicht. siehe hier (Assistenzärzte)
http://www.annahospital.de/index.php?id=153
DerFurz am Freitag, 27. Dezember 2013, 10:50
Kein Wunder
Dass die Motivation von Ärzten mit Migrationshintergrund, zu denen ich auch gehöre (ugs. Kümmeltürke), relativ gering ist in Deutschland zu bleiben lässt sich ja gut nachvollziehen; man betrachte nur den ersten Kommentar der einen Link zu einer mehr oder weniger rechtsradikalen Seite enthält.

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