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Vom Arztdasein in Amerika – 10.12.2013

Mayo-Klinik - weit gefächertes Spezialistentum

Mittlerweile arbeite ich seit zwei Monaten im Mayo-Klinik-System. In einem früheren Blogeintrag (Mayo-Clinic - Das System, http://www.aerzteblatt.de/blog/56192/Mayo-Clinic-Das-System) hatte ich grob orientierend das Mayo-Klinik-System als ein großes und großartiges System beschrieben, in dem Tausende an Ärzten angestellt sind und in dem Spitzenmedizin betrieben wird. Die Mayo-Klinik ist dabei zusammen mit dem Harvard- und Johns-Hopkins-Krankenhaus unter den führenden drei Krankenhaussystemen der USA, wie eine Rangliste der US-News aufzeigt: http://health.usnews.com/health-news/best-hospitals/slideshows/the-honor-roll-of-best-hospitals-2013-14.

Was zeichnet denn nun solch eine Spitzenstellung aus? Patientensterblichkeit und -sicherheit, sowie das Renommée unter Aerzten sind wichtige Faktoren, aber auch Patientenvolumen, Pflegequalität oder Technologien spielen eine Rolle in der Erstellung solch einer Rangliste. Wer Details erfahren möchte kann hier nachlesen: http://health.usnews.com/health-news/best-hospitals/articles/2013/07/16/how-we-ranked-the-best-hospitals-2013-14-an-faq.

Aber mich interessiert vielmehr, wie solch eine Spitzenstellung erreicht wird. Hier nun präsentiert sich das Bild eines großzügigen und sehr üppig ausgestatteten Gesundheitsapparates, bei dem mit Ressourcen auf pflegerischer, medikamentöser, technologischer und auch ärztlicher Seite nicht gegeizt wird. 

Gerade auf ärztlicher Seite scheint es einen Spezialisten für jedes Untergebiet eines bestimmten Fachgebietes zu geben: So hat die Mayo-Klinik beispielsweise neben sogenannten Allgemeinneurologen auch noch eine lange Liste an Unterspezialisten wie Epilepsie-, Neuroonkologie-, Neuromuskul-, Neuroimmunologie-, Neuropsychiatrie-, EEG-, EMG-, Bewegungsstörungs-, Kopfschmerz- und Vaskulärneurologen (https://www.aan.com/fellowship). Dabei gibt es oftmals mehrere dieser Spezialisten und zum Beispiel an der Mayo-Klinik alleine neun Vaskulärneurologen, die vor allem als Schlaganfallspezialisten tätig sind.

Um ein weiteres Beispiel aufzuzählen seien die Onkologen genannt: Hier unterscheidet man Allgemeinonkologen von Lungen-, Gastrointestinal-, Genitourologie-, Gynäkologie-, Neuro- und Sarkomaonkologen, wobei sich zu dieser Liste viele andere Spezialisten aus den Gebieten der Gynäkologie, der Radiologie, der Hämtologie et cetera gesellen. 

Es mutet schon anders an, wenn man dann wie ich als Allgemeininternist mit diesen Spezialisten Fälle diskutiert und bei einer Schlaganfallpatientin von einem Allgemeinneurologen an einen Vaskulärneurologen verwiesen wird - "weil ich als Allgemeinneurologe es nicht so genau weiß".  


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