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Gesundheit – 28.11.2013

Fußballfieber Dengue

Fußballfans in aller Welt fiebern schon jetzt der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Brasilien entgegen. Das Land erwartet mehr als eine halbe Million internationale Gäste. Bei einigen wird das Fieber nach der Rückkehr anhalten, befürchtet der Epidemiologe Simon Hay von der Universität Oxford in Nature (2013; 503: 439). Und dies nicht, weil ihre Mannschaft den Titel errungen hat. Ein einzelner Stich der Mücke Aedes aegypti könnte den Fans ein Reisesouvenir verpassen, das sie so schnell nicht vergessen werden.

Selbst Todesfälle sind möglich. Aedes aegypti ist nämlich Überträger des hierzulande kaum bekannten Dengue-Fiebers. Die Viruserkrankung verursacht in den meisten Fällen nur eine akute fieberhafte Erkrankung mit Kopf- und Gliederschmerzen und gelegentlich Hautausschlägen. Es gibt aber schwere, zum Teil tödliche Verlaufsformen mit diffusen Blutungen (hämorrhagisches Dengue-Fieber) und Kreislaufversagen (Dengue-Schocksyndrom). Gegen das Denguevirus gibt es weder einen Impfstoff noch wirksame Medikamente.

In drei der zwölf Austragungsstätten – Fortaleza, Natal und Salvador – alle im Nordosten Brasiliens gelegen, ist die Erkrankung endemisch und gerade zur Austragungszeit der Spiele kommt es zu vielen Infektionen, warnt Hay. Die Mücken seien mittlerweile gut an das Leben in den Städten angepasst, und die Fußballfans hätten gute Chancen, von ihnen gestochen zu werden – vor allem wenn sie Vorsichts­maßnahmen missachten.

Dazu gehört, dass in den Unterkünften alle Fenster und Türen durch Mückennetze abgedichtet sein sollten und die Räume durch Insektizide von Mücken befreit sind. Im Freien sollten die Gäste Repellentien benutzen und trotz der warmen Witterung ihre Arme und Beine mit Kleidung bedecken, insbesondere morgens und abends wenn die Mücken stechen. Vielen Fans dürfte dies schwerfallen. Hay appellierte deshalb an den Austräger Brasilien, wenigstens die Umgebung der Stadien von den Brutstätten der Mücken zu befreien.


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