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Vom Arztdasein in Amerika – 31.10.2013

Abhören in Deutschland

Ziel dieses Blogs ist vor allem das Berichten aus der US-Gesundheitspolitik. Aber gelegentliche politische Kurzkommentare kann ich mir nicht verkneifen, gerade weil Europäern und uns Deutschen oft nicht klar ist wie unterschiedlich die gleichen Themen in den jeweiligen Ländern aufgefasst werden. Jüngstes Beispiel is das Thema, daβ europäische Politiker, gerade auch die Bundeskanzlerin und damit höchste Politikerin Deutschlands, Angela Merkel, durch US-Organisationen abgehört worden sind. Manche sprechen gar von Spionage, wobei unklar ist, wer aus dem politischen Betrieb in welchem Maβe beteiligt gewesen ist.

hrend in Europa unisono Empörung herrscht, ist der öffentliche Diskurs in den USA viel heterogener. Es scheint gar, als gäbe es eine Mehrheit, die das Abhören von europäischen Partnern wohlwollend zur Kenntnis nimmt. Pars pro toto will ich auf einen Kommentar der Minnesota Tageszeitung „Star Tribune” unter folgender Überschrift hinweisen: „Warum die USA ihre Allierten belauscht. Es gibt sogar Gründe führende Politiker auszuspionieren, auch wenn es potenzielle Nachteile hierzu gibt” („Why the US keeps an ear on its allies”, siehe http://m.startribune.com/opinion/?id=229958411&c=y). Die USA ist primus inter pares.


Leserkommentare

Andreas Skrziepietz am Mittwoch, 6. November 2013, 17:05
und als Preis dafür darf Al-Quaeda seelenruhig den nächsten Anschlag koorinieren?
die kennen auch die rsa-verschlüsselung
stapff am Dienstag, 5. November 2013, 21:56
Was seid Ihr Europäer naiv...
Wie naiv muß man denn sein, zu glauben Geheimdienste würden nicht alle technischen Möglichkeiten nutzen, die ihnen zu Verfügung stehen. Wollt Ihr Europäer tatsächlich dass Euer Telefonat mit der Oma nicht abgehört wird, und als Preis dafür darf Al-Quaeda seelenruhig den nächsten Anschlag koorinieren? Doch es geht nicht nur um Terrorismusbekämpfung (by the way, Herr Schaetzler, es wurden tatsächlich einige Anschläge verhindert, leider nicht der in Boston). Es ist doch logisch, dass im Zeitalter der schnellen Informationswege das Erhalten eines Informationsvorsprungs ganz essenziell ist. Etwas anderes zu glauben, oder zu hoffen, die USA würden darauf verzichten ist schöngeistige Naivität.
Und solange die UN kläglich versagen, auf der Welt Ruhe und Ordnung herzustellen, müssen eben die USA den Weltpolizisten spielen - zugegebenermaßen nicht immer ganz erfolgreich, und nicht immer ganz ästhetisch, aber notwendig.
Andreas Skrziepietz am Samstag, 2. November 2013, 19:41
Massenhysterie
Ich kann das Geschiss um den angeblichen Abhörskandal nicht nachvollziehen. Wer was wichtiges mitzuteilen hat, verschlüsselt mt RSA, dagegen ist kein Kraut gewachsen.
Viel besorgniserregender finde ich, daß Herr Schaetzler davon träumt, Leute hinzurichten.
dr.med.thomas.g.schaetzler am Freitag, 1. November 2013, 15:56
"Amerika, du hast es besser"?
Aus: "Den Vereinigten Staaten | Amerika, du hast es besser | Als unser Kontinent, das alte, | Hast keine verfallene Schlösser | Und keine Basalte." (Johann Wolfgang Goethe, 1827) .

Zunächst ist die "Star Tribune" (auch Strib genannt) eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Minneapolis, mit der Schwester- und Hauptstadt St. Paul des US-Bundesstaats Minnesota auf der anderen Seite des Mississippi-Oberlaufs. Auch wenn diese Metropolenregion weit über 5 Mio. Einwohner hat, heißt diese Gegend für intellektuelle US-Amerikaner doch eher "in the middle of nowwhere". Und diese Zeitung ist sicher nicht repräsentativ für die Stimmung im Land.

Aber es erstaunt doch, mit welcher Dreistigkeit und Chuzpe die US-Bundesregierung für sich in Anspruch nimmt, Alles und uns Alle, von der Infrastruktur, Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung über die kleinen Leuten bis zum Regierungschef, überwachen, reglementieren, ausforschen, dokumentieren und schurigeln wollen. Und das unter dem Deckmantel des Anti-Terror-Kampfs bei demokratisch legitimierten Verbündeten. Wobei die geballte Macht der Behörden wie NSA, CIA, ARMY, In- und Auslandsgeheimdiensten nicht mal die Anschläge auf den Boston-Marathon verhindern konnte. Und jeder g e g e n s i t i g e n Ausforschung z. B. durch Deutsche Dienste notfalls mit Waffengewalt begegnen würden.

Einzelheiten vgl. "Angie, oh Angie" auf "Schätzlers Schafott": (Abhör)Skandale - Merkel, NSA und der kategorische Imperativ
http://www.springermedizin.de/merkel-nsa-und-der-kategorische-imperativ/4766330.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Patroklos am Freitag, 1. November 2013, 13:19
Großer Bruder.
Ja, die Amerikaner handeln immer häufiger nach dem Motto:
"Was man tun kann, das tut man auch."
Siehe Guantanamo, siehe Homelandsecurity, siehe mexikanische Grenze, siehe Abhören von Staatsoberhäuptern. Selbstkritische Betrachtungen sind eben keine typisch amerikanische Eigenschaft.
Wie sieht es mit Telefonaten, Mailverkehr, SMS, Telemedizin zwischen Arzt und Patient in und außerhalb der USA aus? Gibt es hier auch einen Abhörfokus der NSA? Bezüglich der sehr pragmatischen und robusten amerikanischen Vorgehensweise wird es auch dort keine Grenzen geben.
Da hilft wahrscheinlich nur ein vollständig abgeschottetes Datennetz.


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