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Praxistest – 28.10.2013

Mein erster Tag im PJ

Heute war mein erster Tag im PJ. Ich hab mich schon lange darauf gefreut, endlich nicht mehr nur in Vorlesungen sitzen zu müssen und einem Dozenten über ein Thema zuzuhören, das oft nicht sehr interessant war. Jetzt konnte ich endlich beweisen, dass ich im Studium nicht nur geschlafen, gegessen und gefeiert habe, sondern auch etwas für mein Leben nach dem Studium getan habe.

In der Einführung machte man uns gleich klar, dass hier am Uniklinikum für unser praktisches Jahr keine Bezahlung vorgesehen ist. Es sei nicht möglich, da man den BAFöG-Empfängern dadurch das BAFöG kürzen würde. Das wolle Klinikleitung nicht. Ich hatte den Eindruck, dass das keinen Zuhörer gewundert hat. Wirklich schade. Dafür haben wir aber Namensschilder bekommen. Ob das als Ausgleich gedacht war?

Mein erstes Tertial leiste ich in der Chirurgie ab. Insgesamt sind wir zu neunt. Allerdings sind wir auf die verschiedenen Abteilungen der Chirurgie verteilt: Allgemein/Viszeralchirurgie, Unfall-, Herz-/Thorax- und Neurochirurgie. Ich fange in der Allgemeinchirurgie an und bleibe für acht Wochen, dann rotiere ich für vier Wochen in die Unfallchirurgie und abschließend für weitere vier Wochen in die Neurochirurgie.

Ich hätte eigentlich vermutet, dass der erste Tag recht entspannt abläuft, wie man sich Einführungs­tage im Studium so vorstellt. Vielleicht noch mit einem Überblick über die kommende Zeit in Kurzfassung. Den bekam ich tatsächlich, aber als wir damit fertig waren, kam schon eine Schwester zu meinem Arzt und mir. Es würde ein PJ'ler im OP gebraucht.

Meine erste Aufgabe war gekommen. Also ging ich in den OP, zog noch grüne OP-Kleidung an mit Mundschutz, Haube und OP-Schuhen und war damit eingeschleust. Aus meinen früheren Praktika kannte ich diese Prozeduren schon und war zum Glück mit den Räumlichkeiten vertraut. Das, was immer am Praktikum stört, ist das viele Fragen, um das man leider nicht herum kommt. Aber ich wusste, in welchen OP-Saal ich sollte und konnte mir das Fragen in diesem Moment wenigstens sparen.

Nach einer kurzen Vorstellung habe ich mich steril gewaschen, den OP-Kittel und sterile Handschuhe angezogen und bin an den OP-Tisch getreten. So schnell kann das gehen, aber es war auch spannend, weil ich bei der Operation live dabei war. Der Patient hatte einen Leistenbruch, etwas, was ziemlich häufig vorkommt und auch nicht schwer zu operieren ist. Daher ging die Operation auch recht schnell und ich konnte mich nochmal in die Anatomie der Leistengegend hineinversetzen. Am Nachmittag fand noch eine Besprechung statt.

Es wurde zuerst über Patienten gesprochen, die Komplikationen entwickelt hatten und im Anschluss zeigte uns ein Radiologe Bilder von CT-Untersuchungen und Röntgenbilder der allgemeinchirurgischen Patienten und danach wurden die gelaufenen und für den Folgetag geplanten Operationen besprochen. Damit war mein erster Tag zu Ende. Sehr viele Informationen für den Anfang, aber langweilig war es nicht.


Leserkommentare

Andreas Skrziepietz am Montag, 28. Oktober 2013, 18:49
Ich war genauso doof
und habe damals unentgeltlich geschuftet. Zum Schluß bin ich aber gar nicht mehr hingegangen - hat auch niemanden interessiert, weil es ja genug andere Volltrottel gab. Der Witz dabei: Weil sie uns verschwiegen hatten, daß uns laut AO pro Woche ein Studientag zusteht, haben wir 50 Tage zu viel gearbeitet, immerhin 2 1/2 Monate.
thomasrm am Montag, 28. Oktober 2013, 13:17
bitte mehr Pepp !!
gute Idee eine PJ-Kolumne zu machen, aber bitte nicht so fad.

Mich würde Interessieren:
- Aufgabenbereiche und rechtliche Situation: was darf man/muss man?
- PJ-Logbuch: wie sieht es an Deiner Klinik aus? Wird es eingehalten?
- Aufgabenverteilung: Ausnutzen oder sinnvolle Ausbildung?
- Stimmung im Team
- PJ-Fortbildungen: wie organisiert? sinnvoll?

LG

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