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Gesundheit – 10.10.2013

US-Ärzte: Stress mit elektronischen Krankenakten

Die American Medical Association hat von der RAND-Corporation, einer unabhängigen „Think Tank“ aus Santa Monica/Kalifornien die Berufszufriedenheit ihrer Mitglieder prüfen lassen. In 30 Praxis­gemeinschaften wurden mehr als 200 Ärzte interviewt, mehr als 400 Mediziner füllten später ausführliche Fragebögen aus.

Immer wieder kam es zu Klagen in einem Bereich, der den Ärzten eigentlich das Leben erleichtern sollte, weil er den Alltag strukturiert: Doch die elektronischen Krankenakten stressen viele US-Mediziner. „Benutzerunfreundlich“ und „zeitraubend“ lautete häufig das Urteil, obwohl die elektronischen Akten eigentlich die Arbeit beschleunigen und auch erleichtern sollten. Mit Hilfe von Software wird die Suche nach dem geeigneten Medikament erleichtert und die Warnung von Kontraindikationen und Wechsel­wirkungen sollten dem Arzt die Angst vor Medikationsfehlern nehmen.

Über elektronische Krankenakten könnten Ärzte Informationen mit dem Patienten austauschen. Doch die Mehrzahl der US-Mediziner sieht in den elektronischen Krankenakten eher eine Störung des Arzt-Patientenkontaktes. Zum Stress trägt bei, dass verschiedene Formulare nicht kompatibel sind und die klinische Dokumentation fragmentiert werde.

Der Gesamtüberblick über die papierene Karteikarte fehlt vor allem älteren Kollegen, die sich mit der ganzen Elektronik nicht anfreunden können. Wer es sich leisten kann, beschäftigt sogar Hilfskräfte, die die Tipparbeit übernehmen. Allen Ärzten dürfte aber klar sein, dass es ein Zurück nicht mehr geben wird. Viele haben vielleicht auch vergessen, wie lange sie in der Vergangenheit nach verlegten Akten gesucht haben und wie häufig Untersuchungen mehrfach angefordert wurden. In einer gut programmierten Krankenakte sollten sich die Informationen eigentlich schnell finden lassen.


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