43/164

Dr. werden ist nicht schwer... – 08.08.2013

Letzte Chance für Deutschland

Nachdem ich mir das Treiben in diversen Kliniken angeschaut und meine Erfahrungen gesammelt habe, werde ich nun einen letzten Versuch zum Klinikwechsel in Deutschland unternehmen. Ich habe bereits eine Klinik hierfür gefunden. Man hat mir zugesichert, dass man auf mich setzt und die operative Ausbildung garantiert. Ich nehme für diese neue Stelle eine erhebliche Pendelstrecke in Kauf und werde arg früh aufstehen müssen und nicht mehr viel vom Abend über haben, wenn ich heimkomme. Den neuen Assistentenkollegen scheint meine Motivation nicht zu schmecken, aber die sind auch nicht für meine Ausbildung verantwortlich. Einarbeiten werde ich mich notfalls (wie schon so oft) selbst.

Ist skeptisch, aber nicht hoffnungslos, 

Euer Anton Pulmonalis


Leserkommentare

kueltigin am Samstag, 31. August 2013, 20:57
@EEBO und Angie
Genau das ist der springende Punkt. Wie ich es schon mehrfach gesagt habe, bin ich der festen Überzeugung das anton p. uns entweder belügt oder ein Sonderling ist. Und hier ist das Problem. Es gibt sicherlich eher nette und eher unfreundliche Menschen. Die Sache ist jedoch das jeder Mensch entsprechend seines Umfeldes anders reagiert.
Unser Beruf bringt viel Stress mit sich, da ist es dann so wie mit Ratten die zu eng gehalten, man fängt an den schwächeren zu beißen. Der nettere Chef schreit weniger rum und bildet einen nicht aus und der weniger nette Chef schreit rum und bildet einen auch nicht aus. Hinzu kommt das man bewusst oder unbewusst einen Schuldigen sucht. da sind dann bestimmte Typen ( z. B. Sonderlinge) pradestiniert dafür. Man ist halt ein Opfertyp und das wiederholt sich halt oft, weil sich die Menschentypen mit denen man es zu tun hat immer wiederholen. Manchmal ist es sicherlich das Problem, dass man selbst zu passiv ist und wenig fordert aber das nur mal so nebenbei bemerkt.
So nun zu den Chefs! Was meint ihr, was die für ein Menschenschlag sind? Und wen die alles haben lumpen müssen? Und in die Pfanne hauen müssen?(ich hab es selber erlebt, wie einer in einem Versuchslabor die Computer und Roboter zu sabotieren versucht hat und ein anderer Daten gefaket hat. der hauptverdächtige von damals ist heute prof. und der andere Mitinhaber einer sehr gut laufenden privatklinik) Und wem die alles die Aktentasche getragen haben? Und vergiss nicht eins, in der Chirurgie waren 2004 fast 80% aller Chefs Ziehkinder/Enkelkinder von 2 Chefs aus den 70 erJahren. Beide nicht gerade als faire nette Menschen bekannt. so nun ein Spruch noch: Gleiches gesellt sich zu Gleichem.
Durchhalten wie sie es sagen wehrter EEBO ist falscher Patriotismus.
Wofür? damit man wie es Angie schon richtig bemerkte in 10 bis 15 Jahren Chirurg besser Papierchirurg ist?
Wofür?
Was soll man dann ändern und für wen? Vorallem wie? Wer in 15 Jahren Chirurg wird wird in aller Regel kein OA und erst recht kein CA und kann ohne solche Positionen inne zu haben erst recht nichts ändern und steht wie ich ziemlich blöd da.
Und vergesst eine Sache nicht das mit dem Mobbing und Bossing ist mehr als nur nicht ausgebildet werden. Es zerstört einen, es frisst einen auf und man merkt am eigenen Leib was selfrefilling prophecy bedeutet. Das gibt es nicht nur in den Lehrbüchern.
Umso wichtiger ist es eine vernünftige Ausbildungsverordnung gesetzlich verpflichtend einzuführen, samt Durchführung von Sanktionenen bei nicht Einhaltung. Ferner muss auch die Lehre evaluiert werden. So perfide wie meine Kollegen sind, muss man damit rechnen das die einem ungeliebten Assistenzarzt eine besonders schwierige OP zu Anfang geben oder dass sie ihnen an entscheidenden Schritten die Tricks und Kniffe die halt nun nicht alle in den Lehrbüchern stehen nicht beibringen bzw. nicht erzählen und so dafür sorgen, dass man blöd da steht.
Dann gäbe es diese fruchtlosen Diskussionen nicht und das viele menschliche Leid ebenso wenig (nebenbefundlich sei erwähnt, dass es einen nicht nur krank macht sondern auch noch unwirtschaftlich ist, weil mobbing teuer ist).
Ein Anton Pulmonalis müsste nicht flennen, weil er ganz zu Anfang wüsste ob er für den Beruf geeignet ist oder nicht(ähnlich den Piloten mit all dn Tests im Vorfeld), die Chefs könnten und müssten sich mehr entspannen, weil denen ein Druckinstrument abhanden käme und nebenbei würde sich unsere Position im Gesamten bessern, weil wir nicht zu Allem ja und amen sagen und nach unten treten und nach oben buckeln müssten.
Also worauf noch warten?
Andreas Skrziepietz am Donnerstag, 29. August 2013, 19:39
Die Wahrscheinlichkeit gemobbt zu werden ist in sozialen Berufen 4 mal so häufig wie in anderen Berufen
Das liegt in der Natur der Sache, weil das Gesundheitswesen auf Heuchelei beruht: Man arbeitet nicht für Geld, sondern aus Nächstenliebe. Was natürlich Unsinn ist, denn materieller Gewinn ist der einzige Antrieb für den Menschen zu arbeiten. Wer das ständig verleugnen muß, wird psychisch krank und reduziert die aufgestaute Aggression, indem er andere terrorisiert.
EEBO am Donnerstag, 29. August 2013, 18:32
Worum es eigentlich geht -
momentan wird es doch etwas abseitig - nach meiner Meinung ist es einfach so, daß zu einer Serie mehrerer katastrophaler Weiterbildungsstellen meist doch auch zwei Faktoren dazu gehören: Ein unfreundlicher Chef und ein WBA, der, scheint es, immer wieder an einen unfreundlichen Chef gerät. Daß mir hier keiner Psychologisieren oder Vereinfachung unterstellt: Auch ich habe schon einmal eine wirklich gruselige Stelle nach 2 Monaten gekündigt. Aber ich muß zugeben, daß ein anderer sie erst gar nicht angenommen hätte. Ich war noch völlig unerfahren nach dem Studium, war geschmeichelt vom Stellenangebot, d.h. eine gewisse "Mitverantwortung" für meine Situation lag auch bei mir selbst. Heute würde mir so etwas nicht mehr passieren. Ich kann auch nur empfehlen, vor einer Bewerbung zunächst einmal ganz unverbindlich zu hospitieren. Warum das bei A. pulm. nicht zu besseren Resultaten geführt hat, sei dahingestellt. Ich konnte jedenfalls ganz gut herausfiltern, welche Stellen in Frage kommen und welche nicht. Zu meiner Behauptung, daß eine Mitverantwortung für seine Situation auch A. pulm. selber trägt ein weiteres Beispiel: Ein ehemaliger Kommilitone von mir hat mehrfache rasche Stellenwechsel (u.a. übrigens im Ausland!) hinter sich, jede Stelle schlimmer als die nächste. Beim letzten Wechsel (an eine deutsche Uniklinik, zudem Fachrichtungswechsel) war ich unmittelbar involviert und habe vorsichtig festgestellt, daß im Räderwerk einer Universitätsklinik die Weiterbildung oftmals unstrukturiert ist und daß er andere Stellenangebote sich auch genauer ansehen sollte. Letzte Meldung nach ca. 8 Wochen Tätigkeit: Mobbing allerorten, Klinikchef unnahbar, keine Unterstützung usw. So was von voraussehbar!Fazit: Ein wenig Selbstreflexion wäre angesagt, auch für A. pulm. Vielleicht ist die Tätigkeit außerhalb der unmittelbaren Patientenversorgung, wie er das in einem früheren Beitrag hat anklingen lassen, für ihn eine tatsächliche Alternative.

Zum Thema Ausland: Ich habe hierzu keine eigenen Erfahrungen, aber eben schon einige Freunde, die es als Arzt in die Fremde verschlagen hat: Trotz Ärztemangel haben auch und gerade deutsche Ärzte mitunter einen schweren Stand. So habe ich äußerst konträre Meinungen zur Schweiz gehört, umgekehrt sehr positive Rückmeldungen aus Luxemburg und Skandinavien. Aber selbst wenn wir alle Deutschland den Rücken kehrten, so würde sich bei einigen Chefärzten die Mentalität dennoch nicht ändern; es bliebe alles beim alten. Und gerade deswegen bleibe ich dabei: Durchhalten in deutschen Landen, um es selber später besser zu machen. Hat übrigens auch einen meiner Chefs motiviert, Chef zu werden, der Vorschlag ist also nicht wirklich neu...

Nebenbei könnte auch die Evaluation der Ärztekammern einen Fingerzeig geben, welche WB-Stellen sich lohnen und welche nicht.
kueltigin am Mittwoch, 28. August 2013, 19:58
@EEBO
OK ich versteh schon siekennen keine solchen Fälle, ok ihnen ist es egal, ok es interessiert sie nicht, ok es trifft sie nicht weil ihr so toll seid oder ne andere Fachrichtung macht (z. B. Anästhesie), ja ok ja ok ja ok...blablablabla.........
Aber mal im Ernst, es ist schon kennzeichnend dass ihr die Wahrheit nicht sehen wollt. Die chirurgische Ausbildung ist und bleibt mäßig, die Gründe für oder gegen den Erhalt einer Ausbildung sind nicht valide, reliabel und objektiv. Es ist leider so. Wieso wehren sich denn die verantwortlichen so gegen eine strukturierte, kontrollierte und von außen nachvollziehbare Ausbildungsordnung??
Die Kritik an diesem Mißstand ist sicherlich keine sozialrevolutionäre Demagogie!
Ihre Argumente erinnern mich an die Argumente irgendwelcher Diktatoren z.B. an die Argumente eines Assads der immer wieder gebetsmühlenartig von sich gibt, dass alles sehr gut ist un er sich voll fürs Volk verausgabt, und daher nichts verändert werden muss.
Und außerdem weiß ich nicht wie sie sich anmaßen können nie unter mein Messer kommen zu wollen. Ich hingegen mache fühle mich frei von Chauvinismus. Mir ist es egal wer mein Patient ist, denn er ist für mich ein Mensch. Aber genau daran mangelt es auch geraden den Blinden, Tauben und Stummen unter uns. Nämlich die bedingungslose Ehrlichkeit zu sich und das bedingungslose ja zum Menschen.
In diesem Sinne kann ich ihnen trotzdem nicht wünschen von z. B. 2 besonders schlechten Chirurgen die ich kenne und die irgendwie zufällig Chef geworden sind operiert zu werden.
EEBO am Montag, 26. August 2013, 20:55
@kueltigin
Sorry, wenn es so rüber kam, aber ich mache nicht die WB zum Chirurgen. Insofern mag es sein, daß es dort noch immer wie zu Sauerbruchs Zeiten drunter u. drüber geht, kann ich nicht beurteilen. Mit meinem Fach und der dortigen WB bin ich jedenfalls zufrieden, werde ernst genommen und akzeptiert von ärztlichen wie nichtärztlichen Kollegen.

Was den sozialrevolutionären Rest Deines Sermon anbelangt: Ich hoffe nie, aberr wirklich niemals unter Deinem Skalpell zu landen...
kueltigin am Montag, 26. August 2013, 11:58
An EEBO, kleijoh und die anderen von der Fraktion der 3 Affen
also erstmal ist es schön zu wissen, dass es einige Kollegen gibt die mit ihrer chirurgischen Ausbildung vollends zufrieden sind.
Ich kann auch nur bestätigen, wie ich es schon vorher mal erwähnt hatte, dass es für einige Wenige gut läuft. Diese sind leider einige Wenige.
Ich wiederhole mich noch mal, ich mach diesen masochistischen Job seit 9 Jahren (hab in dieser Zeit einige Krankenhäuser teils über Bekannte und teils durch Hospitationen kennengelernt) und kann nur bestätigen, dass Ausbildung, wenn überhaupt, nicht strukturiert und nicht nach von außen nachvollziehbaren Faktoren stattfindet. Daher verstehe ich die Häme einiger überhaupt nicht ( Zitat EEBO: Aber ständig den selben Weg zu gehen und zu kneifen, wenn es etwas unfreundlich wird, läßt weniger auf Defizite des (aktuellen) Arbeitgebers, als vielmehr auf ein Defizit der Persönlichkeitsstruktur unseres lieben Blogschreibers schließen.).
Ihr tut so als ob ihr dass nicht wüsstet. Nein nicht nur das, die Schuld wird dem Auszubildenden zugeschoben. Im Fall von EEBO sogar auf den Punkt gebracht. Es ist hier vom "Defizit der Persönlichkeitsstruktur" die Rede. Endlich wird das angesprochen was leider der Wahrheit entsprich, mangelnde Ausbildung ist nicht, wie oft vorgeschoben, bedingt durch einen Mangel an Einsatz, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, nein es ist bedingt durch ein Mangel an Persönlichkeitsstruktur. Was immer das ist??!! Und das genau ist das Perfide an unserem achso humanistischen, demokratischen, liberalen, christlichen und mitteleuropäischen Kulturgetue.
Die Schuld hat der Untergebene, was in meinen Augen und nach meiner Erfahrung für einen Einzigen den ich kenne der nicht ausgebildet wird, zutrifft. Im Gegenteil es gibt genug die nicht so geeignet sind und trotzdem, teils sogar eine gute Ausbildung genießen dürfen, trotz mangelnder Fähigkeiten und mangelndem Einsatz.
Die abgezockte Dreistigkeit der Vorgesetzten geht sogar soweit dass bahauptet wird, dass der Azubi gar nicht operieren oder eine Ausbildung genießen wollte (kein Scherz hab ich einige male von Chefs gehört).
Da ist einer wie Anton pulmonils der wahrscheinlich ein Sonderling ist, (diese Einschätzung werden sicherlich einige teilen), einer der außen vor ist.
Damit (als Sonderling), und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, hat man leider verloren. Ich habe mich mit dem Thema lange auseinander gesetzt. Die Wahrscheinlichkeit gemobbt zu werden ist in sozialen Berufen 4 mal so häufig wie in anderen Berufen und fast 12 mal so häufig wie z. B. unter Handwerkern und Busfahrern. Es ist leider so das man als Sonderling ungleich häufiger Mobbing ausgesezt ist wie als ein "Normalo". Da reicht das oft schon aus dass das Pflegepersonal oder der OA dem Chef ständig was negatives über einen erzählt oder die Schwestern einen bei den Visiten Dumm dastehen lassen. Resultat ist dass man noch so gut sein kann und trotzdem verliert. Das ist Faschochauvinismus in seiner puren Form, die Persönlichkeit als Grund vorzuschieben. Ist das unser Europa? Unser Humanismus? Unser Menschenbild? Und das als Arzt? Mir wurde von einem meiner Chefs klipp und klar gesagt, dass ich keine Ausbildung erhalte, nicht weil ich nichts kann oder weiß, nein weil er mich nicht mag. Und bevor er mich eingestellt hatte, hatte er sich wohl mit meinem ersten Chef unterhalten, der ihm wohl zugesteckt hatte, dass er mich nicht ausgebildet hat weil er mich nicht mochte.
Herzlich willkomen bei den Philanthropen von dem Verein der Katholiken, dem Lions Club und der Rotarier. Und was ist meine Schuld (und sicherlich auch deine lieber Anton pulmonalis)? Habe ich wen umgebracht, jemand beschissen, betrogen, pädophil gewesen, mich nicht eingesetzt, keine unbezahlten Überstunden absolviert, Böcke geschossen mich nicht an die Anweisung meiner Vorgestzten gehalten? Nein ich bin einfach so wie ich bin! Meine Persönlichkeitsstruktur und damit all das was ich bin ist der Schuldige! Somit habe ich verloren, denn an den Fertigkeiten kannst du arbeiten was jedoch machst du mit deiner Art und Weise Sachen zu betrachen Witze zu machen etwas witzig zu finden, Dinge anzusprechen, dich zu bewegen, bestimmte Speisen oder Musik zu bevorzugen etc.etc. etc.etc........etc. Kurzum was machst du mit all dem was du selbst bist?
Danke demokratisches, humanes liberales, christliches Europa mir keine Handhabe zu bieten dagegen vorzugehen, um das zu erhalten was dir unterstellt wird.
Ich weiß dass ich ein Sonderling bin, nur nur bin ich deswegen ein schlechter Mensch und rechtfertigt das mich auszugrenzen? Wo ist der Unterschied zu einem Shhiiten im Irak der nicht dies oder jenes machen darf weil er ein Schiite ist und kein Sunnite oder einem Saudi der ausgegrenzt und seiner Entwicklungs- und Entfaltungschancen beraubt wird nur weil er ein Christ ist?
All das ist unmenschlich, undemokratisch und inhuman und widerspricht meinem Rechtsempfinden und den Menschenrechten.
Umso mehr bin ich über diejenigen unter uns die als Personalunion der 3 Affen gelten können erschüttert.
Ich wünsche all den jenigen die nicht sehen, hören und nichts sagen wollen mal selber in diese Situation zu geraten. Glaubt mir auch wenn ihr euch in Drachenblut getränkt wähnt, jeder ist verletzlich und jeden noch so coolen, intelligenten, alles könnenden, alles wissenden, gut aussehenden, erfolgreichen Oberschleimer kann es z. B. nach einem Unfall treffen.
Warum wollt ihr nicht die Wahrheit sehen und adäquat darauf reagieren?
Warum gibt es keine strukturierte gesetzlich Vorgeschriebene Ausbildung mit rechtzeitiger nachvollziehbarer Eignungsprüfung, deren Umsetzung und Anwendung kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert wird? Ganz einfach weil ihr dann von euren hohen Rössern runter müsstet, und plötzlich nicht mehr nach Gutdünken den lieben Herrgott spielen könntet.
Kommen wir noch mal zu dir lieber Anton Pulmonalis.
Ich bin der festen Überzeugung, dass auch du ein Sonderling bist. Das hab ich schon teilweise aus deinen Beiträgen herausgelesen. Dumm scheinst du nicht zu sein, zumindest kann man dir eine gewisse Eloquenz und Beobachtungsgabe nicht abstreiten. Trotzdem heißt das, dass deine Chancen eine Ausbildung zu bekommen bei ca. 5% liegt. So mein Bester wenn du eine Chance von 95% hättest bei einer Freizeitaktivität, sagen wir mal Bungeejumping, deine Gräten zu brechen würdest du dann immer noch springen? Also ich sags dir nochmal hau in den Sack noch ist es nicht zu spät für die. Geh entweder in die USA, wo du eine Asubildung bekommen mußt oder noch besser, wechsle die Fachrichtung, in ein Fach das nicht wie unsere traditionell faschochauvinistisch ist und den ohnehin hohen Streßlevel noch durch Distinktionsverhalten weiter erhöht.
Mein Bruder wie oft muss ich es dir noch schreiben? Was ist falsch mit dir? Bist du etwa gottesgläubig und denkst dass es irgendwann irgendeiner für dich richten wird?
Oder ändere das System, zieh vor Gericht und mach dich und deine Situation öffentlich. Denn de fact hat er eine Ausbildungsverpflichtung. diese wird jedoch nicht kontrolliert. Das heißt du musst es öffentlich machen. Theoretisch muss er spätestens nach einem Jahr sagen, dass du nicht in für die Chirurgie geeignet bist. So bleib insgesamt ein Jahr und 3 Monate dort, er wir dir bestimmt nicht in der Zeit nicht sagen dass du dafür nicht geeignet bist. Und dann klagst du dein Recht ein. Dann gibt es 2-3 Optionen.
1. Er muss dich ausbilden, weil er dich wohl für geeignet hält, da er sonst dir dass schon innerhalb eines Jahres gesagt hätte(es gibt diesbezüglich gültige Rechtssprechung frag deinen Rechtsanwalt). Und das Ganze muß von der Ärztekammer kontrolliert werden.
2. Er bleibt weiter stur, dann wird das Ganze wohl von einer höheren Instanz geregelt werden müssen. Problem dabei die Zeit bis das entscheiden ist.
Das Gute dabei wäre, dass endlich eine wie ich denke für und positive Entscheidung bezüglich der Regelung der Ausbildung fallen würde. Wie gesagt ist die aktuelle Situation sicherlich nicht mit den Menschenrechten vereinbar, zumal es in keinem anderen Beruf so ist wie in unserem(und hoffentlich deinem baldigen).
3. Halte ich für extrem unwahrscheinlich: Alles bleibt bei dem Alten, weil die Chefs selbst die Richter in Brüssel oder in Karlsruhe korrumpiert haben.
Naja egal.
Glaubt mir es geht nur wird nur über eine Klage gehen. Anders wird sich nichts änmdern. Ich hab mit ausreichend vielen unserer Würdenträger korrespndiert. Glaubt mir die haben keine Einsicht das was grundsätzlich schlecht läuft und geändert werden müsste. Und schon gar nicht haben die vor was zu ändern. Wie gesagt die können ja schalten und walten wie die Götter.
Soutien am Freitag, 23. August 2013, 03:29
Die Letzten werden die ersten sein
Ein Glück, dass der Ärztemangel Schluss mit den gebimsten Ärzten macht, denen der Lebenslauf wichtiger als der Beruf ist.
Ich bin noch im Studium, aber ich habe plane im Ausland zu arbeiten und meine Stelle wie meine Schuhe zu wechseln. Dieses Privileg habe ich mir verdient und wenn ein Personaler mit dem Kopf schüttelt, dann um so besser, denn ich würde nicht für so einen Wellensittich arbeiten wollen.

In was für einer Gesellschaft leben wir hier, einer duckmäuserischen Generation, die sich für Prestige und Karriere opfert? Arbeitsbedingungen sind mir wichtiger als Kopfschüttler, also gebt mir die Adresse der "Klitsche", dann famuliere ich schon mal da, bevor ich "vor mir fliehe".

LG Max
doc.nemo am Dienstag, 20. August 2013, 10:02
Nur die Starken schaffen es bis zum Facharzt

Sieht so eine kompetente Facharztausbildung in Deutschland aus: lauter Probleme, denen man sich stellen muss, wer ausgebildet werden will, muss sich durchbeissen? Ausbildung als Überlebenskampf? Nur die Starken schaffen es bis zum Facharzt?
Ja, genau das war auch meine Erfahrung. Ausbildung war ein Privileg, in dessen Genuss nur wenige kamen. Die meisten wurden auf dem Niveau von Mindestanforderungen durchgeschleust. Sie waren nichts weiter als "Stationsneger" (Aaaah! Skandal! Das N-Wort! Wo ist der Staatsanwaaalt?). Wer eine Ausbildung einforderte, galt als nicht angepasst, als aufmüpfig und potentiell unzuverlässig. Er düpierte damit den Chef und sein Recht, allein darüber zu bestimmen, wer eine gute Ausbildung bekam und wer nicht. Nach welchen Kriterien die Auswahl getroffen wurde, ist mir nie deutlich geworden.
Ja, Anton Pulmonalis wird es schwer haben, im Klinikbetrieb glücklich zu werden. Hier gilt noch immer der Grundsatz "Erst wer gehorchen gelernt hat, kann befehlen." Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen, wenn alle Gehorsamen irgendwann befehlen könnten. Genau das aber ist nicht der Fall. Die meisten Gehorsamen blieben ihr Leben lang gehorsam.
EEBO am Montag, 19. August 2013, 19:36
@ orangencreme
Bitte um Entschuldigung, Sie enttäuschen zu müssen - kein Mitläufer der DDR, auch keiner, der alles schluckt, und außerdem bin ich mit beiden meiner Weiterbildungsstellen zufrieden gewesen bzw. bin es bis jetzt immer noch. Außerdem: Der berühmte Marsch durch die Institutionen, auf die berufliche Situation bezogen: hier bleiben, um etwas zu bewegen, etwas zu ändern, ist sicherlich ehrenwert und hat nichts mit Resignation oder faulen Kompromissen zu tun. Wem diese Motivation fehlt, wer sich "nur" durchbeißt, ist der wirklich in Bausch und Bogen zu verdammen? Oder rennt nicht eher derjenige vor seinen Problemen davon, der sein Heil in der Flucht ins Ausland sucht? Ich will nicht behaupten, so jemand sei feige - das steht mir nicht zu. Aber wie auch immer, wer ein Trauma durch die Weiterbildung in D erlebt hat, der tut mir leid - aber dies spiegelt nicht meine Erfahrungen wider.
orangencreme am Montag, 19. August 2013, 19:07
Die einzige Methode etwas zu ändern
Hallo Anton Pulmonalis,

Kündigung ist nach meiner Erfahrung über 7 Jahre die einzige Methode, dass sich im System was Relevantes ändert.

Das AiP wurde alleine deshalb zurückgenommen, weil es nicht mehr genügend junge Mediziner gab, die unter diesen Umständen arbeiteten.

Wann immer ich es erlebte, dass gute Argumente gebracht wurden, oder dass schlicht auf tarifvertragliche oder auch gesetzliche Vorgaben und deren Einhaltung, sei es bezüglich Weiterbildung, Arbeitszeit oder Patientenschutz hingewiesen wurde, es ging bei den Entscheidungsträgern links rein und rechts raus.

Das einzige, was - in geringem Umfang - positive Änderungen gebracht hat, war, dass Leute kündigten, weil das zu Turbulenzen im Betrieb und zum Teil zu Kosten führte. Änderungen für sie selbst, weil sie raus waren, aber auch für die die zurückgebliebenen und die dann neu eingestellten Kollegen, die bessere Bedingungen vorfanden.

Die Gesundheitspolitiker, die die Verhältnisse natürlich genau kennen und genauso wie das ärztliche Führungspersonal vor allem Kostendämpfung und Stillhalten über die Verhältnisse als Prämisse ihres Handelns setzen, versuchen der Abstimmung mit Füßen gegenzusteuern, indem sie die Lücken hemmungslos mit Ärzten füllen, die sie von Weißrussland über die Mongolei bis Libyen rekrutieren, in dem Wissen, dass denen alles lieber ist, als in irgendeinem Bürgerkrieg in Ihrer ehemaligen Heimat das Leben zu riskieren. Das einige der "Kollegen" nicht nur nicht deutsch sprechen, sondern ihre Approbation offensichtlich in der Tombola gewonnen haben, irritiert dabei sowieso keinen. Das macht die Kollegen neben dem Plus an Lebensstandard gegenüber Libyen nur umso gefügiger im hiesigen System.

Das es hier hämische Kommentare gibt, was die Häufigkeit deiner Wechsel angeht, führe ich in erster Linie darauf zurück, dass die Kommentierenden nichs anderes vorzuweisen haben, als dass sie - nix hören, nix sehen und vor allem nix sagen - "durchgehalten haben", es ist die Haltung derer, die durch ihr Mitläufertum die ddr 40 Jahre am Leben erhalten haben und Stolz auf ihre "Leistung" sind, weil "nicht alles schlecht war" im deutschen Gesundheitssystem.
Und wären nicht Jene, die dem System den Rücken kehren, es würde immer so weiter gehen.

Gruß
Andreas Skrziepietz am Freitag, 16. August 2013, 17:43
Ich prophezeie, daß Anton pulmonalis am Ende seines häufig unterbrochenen Lebenslaufes in irgendeiner Klitsche enden wird
er könnte auch die weiterbildung eines tages doch noch abschließen (nach ca. 10-15 jahren) und eine praxis eröffnen. oder er wird hartz4-Profi.
petrulus am Donnerstag, 15. August 2013, 18:58
Viel Erfolg!
Lieber Anton Pulmonalis,
Es ist wirklich schwierig eine gute Ausbildungsstelle zu finden und leider stimmt das Motto "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" in diesem Kontext. Was tun? Tatsaechlich wie Sie es machen und rumschauen - vielleicht ist der Sprung zurueck in die Schweiz oder nach England der richtige Weg fuer Sie? Oder einfach ein kleines peripheries Krankenhaus und mit dem Arbeitgeber vertraglich festlegen, dasz Sie mindestens 20 OPs pro Monat, dafuer auch gerne fuenf bis sieben Dienste machen?
Viel Erfolg und halten Sie uns weiterhin auf dem laufenden - es ist spannend den Weg zu verfolgen, gerade weil wir auch in etwa gleichaltrig sein duerften!
EEBO am Donnerstag, 15. August 2013, 15:03
Beruhigend zu wissen
Ich habe nachträglich schon ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich nach 2 Jahren und 2 Monaten meiner fünfjährigen Weiterbildungszeit die Stelle gewechselt habe... gut zu wissen, daß es Leute gibt, die die Weiterbildungsstellen wie ihre Unterhemden wechseln!
Mal im Ernst: Natürlich erscheint das Gras auf der anderen Seite des Zaunes oftmals grüner, kenne ich auch. Nach dem Wechsel dann die große Ernüchterung, daß es doch nicht so schön war, wie vermutet. Das läßt sich dann unter der Rubrik Lebenserfahrung abhaken. Aber ständig den selben Weg zu gehen und zu kneifen, wenn es etwas unfreundlich wird, läßt weniger auf Defizite des (aktuellen) Arbeitgebers, als vielmehr auf ein Defizit der Persönlichkeitsstruktur unseres lieben Blogschreibers schließen.
Oder ist der Autor in Wirklichkeit fiktiv und führt uns hier seit Jahren an der Nase herum? Handelt es sich vielleicht um einen beruflich erfolgreichen Oberarzt, der seinen Alltagsfrust mit unwilligen Untergebenen satirisch spiegelt?
Wie auch immer, Auslandserfahrung wird diesen völlig verkorksten Lebenslauf auch nicht mehr retten können. Ich prophezeie, daß Anton pulmonalis am Ende seines häufig unterbrochenen Lebenslaufes in irgendeiner Klitsche enden wird - ob ihm das wohl zusagt? Ein vernünftiger Chef oder Personaler dürfte sich jedenfalls bei diesem Gestückele nur mit Grausen abwenden und mit Recht jedes noch so professionelle Schreiben des Bewerbes in den Reißwolf befördern!
kleijoh am Freitag, 9. August 2013, 21:40
Es ist so einfach
Das wird dann, was, die fünfte Stelle in zwei Jahren sein? Ach ja, wie gut, dass immer die anderen schuld sind...
elisse am Freitag, 9. August 2013, 11:24
Stehvermögen?
Ich verfolge den Blog seit längerem, nicht unamüsiert, schon ob der Einseitigkeit der angegebenen Gründe für den doch häufigen Stellenwechsel.

Und, aus 25 jähriger Erfahrung im Ausland (mit drei Jahren Unterbrechung zur Facharztausbildung in Deutschland), darf ich mal anmerken, so einfach ist es dann aber auch nicht.

Bookmark-Service:
43/164
Dr. werden ist nicht schwer...
Frau Doktor
Börsebius
Britain-Brain-Blog
Das lange Warten
Dr. McCoy
Gesundheit
Gratwanderung
Lesefrüchtchen
Sea Watch 2
Pflegers Schach med.
PJane
Polarpsychiater
praxisnah
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Unterwegs
Vom Arztdasein in Amerika