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Res medica, res publica – 05.06.2013

Lauterbach im Schattenkabinett

Wird Karl Lauterbach als Bundesminister für Gesundheit zusammen mit dem Präsidenten der Bundes­ärztekammer im Mai 2014 in Düsseldorf den nächsten Deutschen Ärztetag eröffnen? So weit ist der Mann mit der Fliege und der blutdruckerhöhenden Wirkung auf viele Ärztinnen und Ärzte noch lange nicht. Dass er sich selbst bei einer Regierungsbeteiligung der SPD für den idealen Gesundheitsminister hält, darf man unterstellen. Diesen Eindruck vermittelt er nicht nur über die Medien den Wählern, das lässt er auch Parteifreunde spüren.

Vor ärztlichem Publikum gab sich Lauterbach zuletzt auffallend moderat: Das Konzept der SPD für eine Bürgerversicherung sei – im Gegensatz zu dem der Grünen – ein „mittiger Vorschlag“. Und keinesfalls werde es durch den Wegfall der Privatbehandlung für die Ärzte Einkommenseinbußen geben. Einen engagierten Wahlkämpfer, der unverdrossen für seine Vorstellungen werben wird, gewinnt Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für das sozialdemokratische Schattenkabinett auf jeden Fall.

Ob allerdings die Bürgerversicherung auf der Tagesordnung steht, sollte die SPD nach der Wahl überhaupt in die Lage kommen, Koalitionsverhandlungen führen zu können, ist keineswegs ausgemacht. In einer großen Koalition dürften die Pläne wohl in der Schublade bleiben. Ob Lauterbach dann aus dem Schatten- ins richtige Kabinett kommt?


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