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Gesundheit – 22.02.2013

Adipositas: Innere Uhr steuert Insulinwirkung

Das Gelingen einer Diät könnte nicht nur davon abhängen, was man isst, sondern auch wann man isst. Opulente Mahlzeiten am Abend führen oft schneller zur Gewichtszunahme als ein herzhaftes Frühstück am Morgen, auch wenn sie die gleiche Kalorienmenge enthalten. Den Grund haben Forscher der Vanderbilt Universität in Nashville jetzt in sogenannten Glukose-Clamp-Versuchen an Mäusen herausgefunden.

Dabei wird untersucht, welche Menge Glukose den Tieren zugeführt werden muss, um einen bestimmten Blutzuckerwert konstant zu halten. Der Test untersucht die Insulinwirkung, die bei den Tieren tageszeitlichen Schwankungen unterlag. In den Ruhephasen (bei den Mäusen tagsüber) kam es zu einer relativen Insulinresistenz. Die zu dieser Zeit aufgenommenen Energieträger wurden nicht in der Muskulatur verbrannt, sondern im Fettgewebe gespeichert. Energiereiche Mahlzeiten führen dann zur Steigerung des Körpergewichts.

Die Unterschiede in der Insulinwirkung werden von den Uhren-Genen gesteuert. Mäuse, denen diese Gene entfernt wurden, neigten in den Experimenten unabhängig vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme zu einer deutlichen Gewichtszunahme. Nach der Reaktivierung der zirkadianen Rhythmik, nahmen sie wieder ab.

Ein ähnlicher Effekt wurde erzielt, wenn die Tiere in einem auch nachts beleuchteten Käfig gehalten wurden. Dies führte zu einer Störung der zirkadianen Rhythmik, die bei den Tieren die Insulinresistenz verschärfte. Aber auch hier konnte eine Gewichtszunahme verhindert werden, wenn die Innere Uhr wieder eingeschaltet wurde.

Die Experimente erklären, warum Nacht- und Schichtarbeiter häufiger als andere Probleme mit dem Körpergewicht haben. Aber auch die Neigung, am Abend noch eine Kleinigkeit zu sich nehmen, könnte Gift für jede Diät sein.


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