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Gesundheit – 08.02.2013

Harley Davidson-Syndrom schon ab 40 Jahren

Der Film „Easy Rider“ ist vielen Bikern noch in guter Erinnerung, doch die Harley Davidson-Generation ist inzwischen in die Jahre gekommen. Das Gefühl von grenzenloser Freiheit stellt sich auf den voller gewordenen Straßen nur noch hin und wieder ein, und immer häufiger enden die Spritztouren der Motorrad-Senioren im Krankenhaus, wenn nicht noch schlimmeres passiert. Eine Analyse der US-Unfallstatistiken ist eindeutig. Die Zahl der Klinikbehandlungen wegen Motorradunfällen ist dort in den Jahren 2001 bis 2008 um 247 Prozent gestiegen. Immer häufiger sind Senioren unter den Patienten. Im Alter über 60 verunglücken Biker dreimal häufiger als in der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen.

Die älteren Motorradfahrer erleiden häufiger Verletzungen im Bereich des Rumpfes und der inneren Organe, einschließlich eines Schädel-Hirn-Traumas. Die Gründe sind nicht nur in der verminderten Reaktionsfähigkeit und der nachlassenden Sehkraft zu suchen. Auch die Widerstandskraft von Knochen, Muskelkraft und die Elastizität des Gewebes lassen nach.   

Das wichtigste Ergebnis der Studie ist aber, dass die Unfallrate nicht erst im Alter von 60 Jahren ansteigt, sondern bereits ab 40 Jahren. In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen war das Unfallrisiko verdoppelt, die Zahl der schweren Verletzungen war um 66 Prozent höher als bei den Jüngeren.

Obwohl dies in der Studie nicht untersucht wurde, spielt nach Einschätzung der Autoren auch die Wahl der Maschine eine Rolle: Viele Motorradfahrer kaufen sich im höheren Alter teurere und schnellere Maschinen. Wer es endlich geschafft hat, sich eine Harley leisten zu können, hat oft das Alter erreicht, wo er sie nicht mehr fahren sollte.


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