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Vom Arztdasein in Amerika – 11.02.2013

Ärztliche Qualität

Die jüngsten Entwicklungen im US-Gesundheitssystem sind eindeutig; es wird beispielsweise seitens der US-Regierung und den staatlichen Krankenversicherungen Medicaid und Medicare zunehmend Druck auf alle im Gesundheitssektor tätigen Personen ausgeübt die medizinische Versorgung stetig zu verbessern. Das ist natürlich im Sinne aller, und weniger am Ziel als ihrer Umsetzung und Messung wird sehr viel gestritten.

So werden ab dem 1. Oktober des Jahres 2012 Wiederaufnahmen von Patienten durch eine Kürzung der Vergütung bestraft: Wird ein Patient innerhalb von 30 Tagen nach seiner stationären Entlassung wieder aufgenommen, so wird das als schlechte Versorgung seitens des Krankenhauses, der Ärzte und Pfleger angesehen. Vor allem in den Krankheitskategorien Pneumonie, Myokardinfarkt und Herzin­suffizienz wird diese sogenannte 30-Tage-Wiederaufnahmequote zu einem zentralen Parameter von der
staatlichen Krankenversicherung Medicare und Medicaid erhoben, der „30-day readmission rate”. (http://www.medicare.gov/hospitalcompare/data/rcd/30-day-measures.aspx?AspxAutoDetectCookieSupport=1).

Jedes Krankenhaus, das einen Patienten innerhalb von 30 Tagen mit einer der oben erwähnten drei Diagnosen wieder aufnimmt, erhält diesen stationären Folgeaufenthalt nicht bezahlt und bleibt voll und ganz auf den Kosten sitzen. Weiterhin werden diejenigen Krankenhäuser, die besonders hohe und damit in den Augen von Medicare schlechte 30-Tage-Wiederaufnahmequoten haben, mit Kürzungen der Gesamtvergütung aller behandelten Patienten um 1% im Jahr 2013, um 2% im Jahr 2014 und um 3% im Jahr 2015 bestraft (siehe z.B. http://www.covnews.com/archives/33525/). Hierdurch sollen Krankenhäuser animiert werden, ihre Qualität zu verbessern und Wiederaufnahmequoten zu senken, und Medicare spart sich einen nicht unerheblichen Geldbetrag.

Das erregt die Krankenhäuser und die Ärzteschaft sehr, denn berechtigterweise verweist man auf die massive Datenlage, die klar aufzeigt, dass bestimmte Wiederaufnahmen nur sehr schwer oder gar nicht zu vermeiden sind. Die Krankenhäuser versuchen natürlich, mit allerlei Strategien diese bittere Pille der Kürzungen zu vermeiden, und wenig überraschend warnen manche Personen vor absehbaren Insolvenzen.

Der Druck wird weitergereicht so oft wie möglich. So verwundert es nicht weiter, dass nun auch das erste Krankenhaussystem im Staate New York die ärztliche Vergütung zu einem Teil an die Qualität der Ärzteschaft koppeln möchte. Vergleiche z.B. http://www.nytimes.com/2013/01/12/nyregion/new-york-city-hospitals-to-tie-doctors-performance-pay-to-quality-measures.html?emc=eta1&_r=0.

Quo vadis, US-Medizin?


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