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Vom Arztdasein in Amerika – 03.01.2013

Stellvertreterärzte

Es gibt weltweit mittlerweile in fast jedem Land einen Arztmangel. Dieser erfordert vielfältige Anstrengungen, um ihn zu bekämpfen: Sei es eine Erhöhung der Arztzahlen, eine Verlagerung ärztlicher Tätigkeiten auf Nichtärzte und Rationierung der Gesundheitsressourcen und so weiter und so fort. Eines der kurzfristigsten Maβnahmen ist die temporäre Anstellung von stellvertretenden Ärzten, im englischen zumeist als „locum tenens doctors” bezeichnet. Diese Stellvertreterärzte werden in den USA auf Stunden­basis bezahlt, erhalten im Regelfall An- und Abreise, Unterkunft und eine Kranken- und Recht­schutzversicherung erstattet.

Das kennen die meisten deutsche Ärzte ebenfalls aus dem deutschen Raum, wo es z.B. für Internisten Stellenangebote gibt, bei denen 75 Euro (Assistenzarzt), beziehungsweise 85 Euro pro Stunde (als Facharzt) bezahlt wird.

In den USA liegt die Vergütung zumeist bei knapp 150 je Stunde, also angesichts deutlich niedrigerer Steuersätze bei wohl doppelt bis dreifach so hohem Nettoeinkommen. Hausärzte erhalten zwischen 80 und 120 US-Dollar die Stunde, Chirurgen, Orthopäden, Radiologen beispielsweise meist jenseits von 200 US-Dollar pro Stunde. Eine in USA bekannte Vermittlungsagentur ist z.B. www.onyxmd.com. Der Stundenlohn entspricht etwa dem regulären Stundenlohn eines Arztes, weil der Ärztemangel in den USA bislang nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland.

Viele Kollegen raten mir, es einmal auszuprobieren – so sieht man viel vom Land, kriegt eine oft sehr angenehme Unterkunft und Reisekosten gestellt und dabei eine gute Vergütung. Ich bin aktuell mit meiner Facharztstelle sehr zufrieden, werde mir das aber erneut überlegen, sollten die negativen Prophezeiungen, die im Gefolge von Obamacare vorhergesagt werden, eintreffen.


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