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Vom Arztdasein in Amerika – 10.01.2013

Arztbekleidung

Es gilt in den USA eine klare Kleidervorschrift für einen Arzt: Sie ist einfach und mit den Attributen „elegant” und „formell” zu bezeichnen: Anzugshose mit Oberhemd, Krawatte und entsprechenden Schuhen gelten hierbei als Minimum. Darüber wird ein knie- und ärmellanger weiβer Arztkittel getragen, natürlich ohne Blut- und Körperflüssigkeitenspritzer, also einige Male die Woche zu wechseln.

Diese Regeln sind für Ärzte in den USA zwar nicht zwingend vorgegeben, werden aber von einer sehr groβen Mehrheit widerspruchslos eingehalten. Es gibt natürlich leichte Variationen: Manche bevorzugen einen Anzug, andere wiederum tragen eine Fliege statt einer Krawatte etc. Es gibt einige regionale Unterschiede wie zum Beispiel einen krawattenlosen Stil im Mittleren Westen oder an Universitatskliniken oder auch geringe Unterschiede zwischen den Generationen.

Weiterhin tragen manche Dienst- und Notaufnahmeärzte sowie operativ tätige Ärzte Kasackenoberteile und –hosen, die dann als Zeichen aktiver operativer Intervention an jenem Tag aufgefasst wird; viele jener zumeist chirurgischen Fachrichtungen vermeiden diese Bekleidung und bevorzugen selbst an Interventionstagen lieber den formell-eleganten Stil. Das weibliche Geschlecht zieht sich äquivalent an, entsprechend seiner Grundpersönlichkeit eher einen ins Hosenkostüm gehenden Anzug oder eher ein Kleid mit Bluse.


Leserkommentare

Thelber am Mittwoch, 16. Januar 2013, 21:24
Anzug mit Birkenstock - jawoll !!
Naja, es kommt auch auf die Klientel an, die man anstrebt.
in meiner Allgemeinpraxis fühle ich mich mit hellem und sauberem Oberhemd, weißer Hose und weißen Sandalen optimal gekleidet.
eheissler am Dienstag, 15. Januar 2013, 15:24
unpraktisch
Ich habe das an der Uni Klinik in S.F. erlebt, dass man mir diesen eleganten Stil aufgedrängt hat. Ich finde gerade in einem operativen Fach die Krawatte unpraktisch. Die Birkenstocks haben mir bei Kilometern auf Klinikfluren gesund Füße erhalten. Ich kann diesem "Elegantem" wenig abgewinnen. Das "Grün", das die Amis gerne überall tragen auch in der Kantine, halte ich für eine Sauerei. Das ist nicht umsonst Bereichskleidung. Die Krawatte ist übrigens auch unhygienisch. Man kann sie schlecht kochen und sie ist immer und überall. Also meiner Meinung nach weiße, saubere Kleidung aus Baumwolle oder Mischgewebe und häufiger Wechsel.
Andreas Skrziepietz am Freitag, 11. Januar 2013, 12:02
Birkenstock sei Dank
Aber die echten müssen es sein...
L.A. am Freitag, 11. Januar 2013, 09:38
Wie wäre es mit einem Kompromiss bei der Kleidung ?
Dort- in den USA- eine streng formal elegante Kleidung des Arztes,
bei uns sind manche Ärzte betont "einfach" gekleidet.
Bei aller Sympathie für gepflegte Kleidung (es muss n ic h t Anzug und Krawatte sein!), feste Schuhe sind für mich eine Qual. Nie und nimmer ! Birkenstock sei Dank...

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