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Vom Arztdasein in Amerika – 16.04.2012

Hospitation in der Heimat

Für wenige Wochen werde ich an einem großen deutschen Krankenhaus hospitieren. An meinem US-Krankenhaus kann man eine einmonatige Rotation gelegentlich aufteilen und einen Teil im Ausland absolvieren: Das tue ich derzeit.

Schon meine Rückreise und erster Tag zurück in deutscher Heimat war spannend: Ein anderes Lebensgefühl und Umgang miteinander in Deutschland, deutliche weniger Adipöse, mehr Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel, aber auch überraschend viele Menschen, die eine Sprache sprechen, die ich nicht verstand (siehe “Sprachlicher Integrationszwang”, http://www.aerzteblatt.de/blog/49609/). Auch fanden erste Kontakte mit jungen Menschen statt, die mich im wohl neuen Dialekt “Kiezdeutsch” ansprachen (http://www.kiezdeutsch.de/); ich verstand sie problemlos und dachte sogleich an das US-Englische “Ebonics” und siezte für sie überraschend zurück.

Gespannt bin ich auf die Hospitationswochen in der Inneren Medizin. Werde ich einen Unterschied feststellen können? Falls in den nächsten Wochen solche Erlebnisberichte erscheinen und dafür weniger Berichte aus den USA, dann sei das hiermit erklärt.


Leserkommentare

Andreas Skrziepietz am Mittwoch, 18. April 2012, 12:45
Und beim Vorkommentator bezweifle ich übrigens ernsthaft, dass er selbst jemals mit dem von ihm zitierten Satz angesprochen wurde.
Bin ich. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs, es kam fast zu einer Kollision mit einem Mitbürger mit MH, woraufhin er den Satz sagte. Da ich die Situation verschuldet hatte, verzichtete ich auf Sanktionen.
normalerdoktor am Mittwoch, 18. April 2012, 11:26
Hall - ooohh?
Wo, Herr Kollege, haben Sie denn Ihr Leben incl. Ihres Studiums zugebracht, bevor Sie drei Jahre in die USA gegangen sind?

Lernen kann man daraus, dass es zum Entfliehen aus der Provinzialität vielleicht schon reicht, 80 km oder 100 km in die nächste Großstadt zu ziehen. Es müssen nicht gleich 8.000 - 10.000 km sein. Zumal man ja dann ja auch wieder in der Provinz landen kann.

Und dann muss man nicht mit erstaunt aufgerissenen Kulleraugen feststellen, dass es im Zusammenhang mit Migration oder sozialen Verhältnissen Lebenswelten gibt die man - ach - bisher so gar nicht kannte...

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Und beim Vorkommentator bezweifle ich übrigens ernsthaft, dass er selbst jemals mit dem von ihm zitierten Satz angesprochen wurde.
Andreas Skrziepietz am Dienstag, 17. April 2012, 11:16
kanakisch
heißt jetzt kiezdeutsch. was haben sie denn gesagt? "Isch fick deine mudda, alder!"? Das bedeutet ungefähr: Du bist mir äußerst sympathisch, lass uns ein bier trinken.

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