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Gesundheit – 23.03.2012

La Traviata erhält Herztransplantate

Klassische Musik ist nicht nur gut für die Seele, sondern möglicherweise auch fürs Herz. Bei Mäusen kann sie sogar Abstoßungsreaktionen von Transplantaten verzögern. In den Experimenten, die Masanori Niimi von der Teikyo Universität in Tokio und Mitarbeiter an Mäusen durchführten, überlebten die Herztransplantate von Mismatch-Spendern 26,5 Tage, wenn den Tieren täglich „La Traviata“ vorgespielt wurde. Wenn sie keine klassische Musik zu hören bekamen, wurden das Herz bereits nach 7 Tagen abgestoßen. Auch Mozart wirkte sich günstig aus, ein Sinuston oder die New Age Musik von Enya waren dagegen wirkungslos.

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Nun ist nicht zu erwarten, dass die Klassikmusik das Herz der Mäuse rührte. Niimi führt die protektive Wirkung eher auf eine Immunmodulation in der Milz zurück. Die Klassikbeschallung senkte jedenfalls die Konzentration von Interleukin-1 und Interferon-gamma, die an Abstoßungsreaktionen beteiligt sind, während die Konzentration der anti-inflammatorischen Zytokine IL-4 und IL-10 anstiegen. Auch die Konzentration der regulatorischen T-Zellen, die Immunattacken abschwächen, war erhöht.

Die Verbindung vom Ohr zur Milz könnte über das Gehirn und den Parasympathikus erfolgen, vermuten die japanischen Forscher. Ob klassische Musik auch beim Menschen den Transplantationserfolg erhöht, ist unklar. Wichtiger dürfte hier ein guter Gewebe-Match zwischen Spender und Empfänger sein. Schaden könnte es nach den Ergebnissen der Studie jedenfalls nicht, wenn die Transplantationszentren ihre Patienten künftig durch Musik auf den Gängen unterhalten würde.


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