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Gesundheit – 29.02.2012

Ötzi litt an Lyme-Borelliose

Seine Augenfarbe war braun, die Blutgruppe 0-positiv. Der Jäger, der vor etwa 5000 Jahren im Ötztal vermutlich Opfer einer Gewalttat (Pfeil im Rücken) wurde, hatte eine Laktoseintoleranz, die allerdings erst nach der neolithische Revolution mit dem Übergang zur Viehwirtschaft zum Problem werden konnte). Ötzi hatte auch eine genetische Prädisposition auf eine Atherosklerose. Dies ergab die fast komplette Sequenzierung des Genoms durch ein internationales Forscherteam um Albert Zink von der Europäischem Akademie Bozen.

Ötzi ist der bisher älteste Fall einer Lyme-Erkrankung, denn die Forscher konnten bis zu 60 Prozent des Genoms von Borrelia borgdorferi in einer Knochenprobe nachweisen. Dies zeigt, dass die Erkrankung schon weiter fortgeschritten sein musste. Ötzi dürfte in früheren Stadien der Erkrankung an Gelenkbeschwerden gelitten haben.

Vielleicht erklärt dies die Tätowierungen in der Nähe der Wirbelsäule und der Knöchel, die ein Versuch der Selbsttherapie gewesen sein könnten. Der Genbefund passt auch zu den ausgedehnten Verkalkungen, die bei früheren Untersuchungen in einer CT-Aufnahmen des Beckens im Verlauf der Aortenbifurkation gefunden worden waren.

Er könnte sie ohne Symptome verkraftet haben, denn Bewegungsmangel und Adipositas blieben dem eiszeitlichen Jäger erspart, der mit etwa 45 Jahren gestorben sein dürften. Er ist möglicherweise viel herum gekommen, denn Marker auf dem Y-Chromosom zeigt eine enge Verwandtschaft mit den heutigen Bewohnern Sardiniens.


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