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Dr. werden ist nicht schwer... – 12.01.2012

Der Zorn der Nachtschwester

Neulich war es dann doch so weit gekommen: die durch häufige Dienste erheblich gestörte Schlafhygiene forderte ihren Tribut. Das Dumme daran: ich war gerade im Dienst. Somit überhörte ich die ersten vier Anrufe der Etagenwache. Beim fünften Anruf – angeblich waren 20 Minuten seit dem ersten vergangen – ging ich dann endlich dran.

Mittlerweile war die Stationsschwester dran. Während ich die Etagenwache im Hintergrund meckern hörte, erklärte sie mir, dass ich auf der Station gebraucht werde, weil ein Patient im Durchgang ist. Die Erklärungen in meine Richtung wurden von Sätzen wie: „Ist ja gut, jetzt ist er doch am Telefon“ in andere Richtung unterbrochen.

Selbst als ich kurz darauf auf Station eintraf – es war mittlerweile etwa halb drei – hatte sich die gute Dame vom Etagendienst noch nicht beruhigt. Während ich also etwa 40 Minuten lang für Primärverarztung und vorübergehende Intensivbetreuung sorgte, durfte ich mir mehrfach anhören, dass es ja gar nicht ginge, dass ich nicht ans Telefon gehe. Dabei hatte es für mich den Anschein, als wäre darin ein Vorwurf wegen eines Vorsatzes enthalten.

Ich entgegnete, dass die Existenz und Lokalität der Dienstarztzimmer (immerhin auf derselben Etage, auf der die Etagenwache tätig ist) kein Geheimnis sind und man diese im Notfall auch nachts zum Wecken des Arztes vom Dienst aufsuchen dürfe. Dann verzog ich mich kopfschüttelnd zurück ins mittlerweile nicht mehr warme Bett, um wenigstens noch ein wenig Schlaf zu genießen.

Ist derzeit manchmal einfach nur noch müde,

Euer Anton Pulmonalis


Leserkommentare

Thelber am Donnerstag, 12. Januar 2012, 22:36
Das erwischt jeden ...
... irgendwann einmal. Insbesondere eben zu dieser Zeit, in der wir Menschen ansonsten tief und fest zu schlafen pflegen.

Mich hat die Nachtwache wirklich einmal geweckt. Ebenfalls ca. 3 Uhr früh, hatte bis nach Mitternacht auf Station und der Intensiveinheit (waren damals 8 Betten, die vom Hausdiensthabenden - 200 Betten - mit zu versorgen waren) zu tun.

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