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Gesundheit – 26.09.2011

Radfahrer riskieren in Großstädten „schwarze Lunge“

Erst vor wenigen Wochen hatten Vertreter des Fahrrad-Sharing Projekts „Bicing“ aus Barcelona im BMJ vorgerechnet, dass Radfahrer in der Stadt gesünder und länger leben als Autofahrer. Es war das Ergebnis komplexer Berechnungen, was für Außenstehende nicht unbedingt nachvollziehbar ist.

Zu einem ganz anderen, und besonders anschaulichen Ergebnis kommen jetzt Pulmologen von der Barts and the London School of Medicine in London. Die Forscher haben Makrophagen aus dem Sputum von 5 Radfahrern und 5 Fußgängern isoliert und auf den Rußgehalt hin untersucht.

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Makrophasen sind die Straßenfeger des Immunsystems und bei den Radfahrern hatten sie in der Lunge deutlich mehr Arbeit zu verrichten als bei den Fußgängern. Die Rußkonzentrationen waren bei den Radfahren 2,3-fach höher.

Trotz der geringen Fallzahl der Studie sei der Zusammenhang statistisch signifikant, berichtet Jonathan Grigg auf der Jahrestagung der European Respiratory Society in Amsterdam. Was das klinisch bedeutet, ist unklar.

Möglich bleibt, dass Radfahrer aufgrund ihrer besseren Fitness die Belastungen besser wegstecken können. Dennoch scheinen Radfahrer in der Stadt gut beraten, wenn sie den Autofahrern nicht zu nahe kommen und sich ihren Weg durch Nebenstraßen und den Grüngürtel suchen. Und den Helm nicht vergessen.


Leserkommentare

cedricfreiesleben am Mittwoch, 5. Oktober 2011, 00:34
Und wir Ärzte könnten uns für autofreie Innenstädte/Städte einsetzen..
.. und für Busse mit Russfiltern ..

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