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Gesundheit – 09.09.2011

Weight Watcher# sind ärztlichen Diäten überlegen

1 zu 0 für die Weight Watcher. Der Diät-Club hat sich im ersten direkten Vergleich mit ärztlich verordneten Diäten als klar überlegen erwiesen. Der britische Medical Research Council hatte 772 übergewichtige oder adipöse Personen auf die Teilnahme an dem kommerziellen Programm oder auf eine medizinische Standarddiät randomisiert.

Am Ende des Jahres hatten die Weight Watcher doppelt so viel abgenommen (6,7 vs. 3,3 kg). Das Ergebnis ist eindeutig und man darf dem Medical Research Council ruhig unterstellen, dass alles mit rechten Dingen zuging und der Sponsor weder Design der Studie noch deren Auswertung beeinflusst hat.

zum Thema
Die Gewichtsabnahme unter der ärztlich verordneten Diät entsprach den früheren Erfahrungen einer Studie zum britischen Counterweight Programme. Gewiss, intensive ärztliche Diäten können mehr: Im Diabetes Prevention Program nahmen die Teilnehmer über 5,6 kg ab und in der Look Ahead Study waren es sogar 8,6 kg.

Doch für die meisten Hausärzte dürfte die Diätberatung nicht gerade Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sein. Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg einer Diät ist aber die Motivation, und hier können die Gebühren kommerzieller Anbieter sogar helfen, die Teilnehmer bei der Stange zu halten, wobei die Weight Watcher natürlich nicht der einzige Anbieter sind.


Leserkommentare

kraushaar am Samstag, 10. September 2011, 11:14
weight watcher
Bei der Studie ist zu berücksichtigen, dass sie von WW in Auftrag gegeben und finanziert wurde. Ebenso ist hervorzuheben, dass die 12-Monate Drop-out Rate bei 40% lag. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass die Analysen nach dem Prinzip "last observation carried forward" durchgeführt wurden. Das heisst, für die Drop-outs werden die letzten bekannten Daten in die Auswertung mit einbezogen. Genau diese Vorgehensweise aber trägt das Risiko eines das Ergebnis verzerrenden Bias. Als Gesundheitswissenschaftler bin ich immer skeptisch, wenn ich Studien lese, die einen offensichtlichen Interessenkonflikt mit einer "exotischen" statistischen Auswertung verbinden. Und ausserdem ist die klinische Relevanz von 5 Kilo Gewichtsverlust über 12 Monate deutlich geringer als der Titel der Studie vermuten lässt.

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