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Gesundheit – 01.08.2011

STIKO: Impfkalender neu gestylt

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts hat neue Impfempfehlungen publiziert. Inhaltlich gibt es keine Änderungen zum Vorjahr. Doch der Impfkalender wurde grafisch überarbeitet. Endlich möchte man sagen. Statt einer Tabelle gibt es jetzt zwei, je eine für Säuglinge und Kleinkinder und eine für Kinder ab 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene.

Durch die Aufteilung ist die Information übersichtlicher. Die Tabellen wirken nicht mehr so, als wären sie mit Schreibmaschine geschrieben und nachträglich per Hand mit Rahmen versehen worden (was 25 Jahre nach der Einführung der ersten DTP- und Grafikprogramme etwas antiquiert wirkte).

Auch die Erläuterungen wurden entschlackt. Damit entfällt die Angst, einen entscheidenden Hinweis in den Fußnoten zu übersehen (und sich wie der Kursbuch-Leser zu fühlen, der auf dem Bahnsteig vergeblich auf einen laut Fußnote an diesem Tag nicht verkehrenden Zug wartet).

zum Thema
Das neue Design ist ein weiterer Versuch gegen die Impfmüdigkeit im Land. Hier ist mal wieder ein Zug abgefahren. Die geringe Impfquote bei Masern hat im Süden und in Berlin kleinere Ausbrüche ermöglicht. Nach 571 Masernerkrankungen im Jahr 2009 und 780 Fällen in 2010 wurden dem RKI allein im ersten Halbjahr 2011 bereits 1.318 Masernfälle übermittelt. Die meisten Fälle davon entfielen auf Baden-Württemberg (493), Bayern (322) und Berlin (122).

Ein neues Design des Impfkalenders wird an dieser Situation vermutlich nichts ändern. Es ist aber ein, wenn auch kleiner Schritt, dem Thema Impfungen einen neuen „Anstrich“ zu geben. Der nächste große Schritt ist vielleicht das App für das Smart-Phone, das Informationen zu den Impfungen enthalten und an den nächsten Impftermin erinnern könnte…


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