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Gesundheit – 12.07.2011

Drogensucht als Salz-Instinkt

Hirnforscher aus den USA und Australien vergleichen die Drogensucht mit dem Salzinstinkt von Tieren, der sich vor mehr als 100 Millionen Jahren herausgebildet hat. Der alte, aber überaus starke Instinkt ist dafür verantwortlich, dass Tiere ihren Natriumbedarf durch intensives Lecken an Salzsteinen oder innerhalb kurzer Zeit durch das Trinken von Salzwasser decken.

Eine Besonderheit dieses Salzinstinktes ist, dass er innerhalb kurzer Zeit befriedigt wird, was die vulnerable Phase verkürzt, innerhalb derer sie von Fressfeinden angefallen werden können.

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Das Verhalten wird im Gehirn vom Hypothalamus aus gesteuert. Wolfgang Liedtke von der Duke Universität in Durham in North Carolina kann nun zeigen, dass dabei die gleichen Gene aktiviert werden, die beim Menschen nach dem Konsum von Drogen die Belohnungsreaktion im Gehirn aktivieren.

Wenn sie recht haben, dass würde die Drogensucht einen uralten Instinkt des Menschen bedienen, was vielleicht erklärt, warum Abstinenzversuche zum Scheitern verurteil sind.

Für die  Abhängigen wäre die Droge so unwiderstehlich wie der Salzappetit für Tiere. Die Methadon-Substitution käme diesem Bild zufolge dem kontrollierten Aufstellen von Salzsteinen gleich.


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