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Gesundheit – 25.03.2011

Arbeitszeiten: Kürzer muss nicht besser für den Patienten sein

Die Arbeitszeiten für Ärzte in der Ausbildung haben sich verkürzt, jedenfalls auf dem Papier. Den Anfang machte das Gesundheitsministerium im US-Staat New York, das die Wochenarbeitszeiten für die Assistenzärzte in der Weiterbildung 1989 aus maximal 80 Stunden begrenzte.

Das US-Institute of Medicine hat zuletzt im Dezember 2008 strenge Regeln für Arbeitszeiten und Bereitschaftsdienste aufgestellt. Die European Working Time Directive (93/104/EC) lässt – eigentlich – nicht mehr als 48 Wochenstunden zu. Diese Arbeitszeitverkürzungen haben nicht die Gewerkschaften errungen. Motivator war die Angst, dass die jungen Nachwuchsärzte in übermüdetem Zustand zu viele Fehler machen und ihren Patienten Schaden zufügen, wofür es Hinweise aus Studien gab.

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Die Auswirkungen der Arbeitszeitverkürzungen auf die Patientensicherheit wurde deshalb untersucht. Doch die Vorhersagen haben sich nicht erfüllt. Ramani Moonesinghe vom University College London und Mitarbeiter können in ihrer systematischen Übersicht im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d1580) jedenfalls keine Vorteile nachweisen. Nicht einmal die Begrenzung der Arbeitszeiten auf unter 80 Wochenstunden in den USA hatte einen Einfluss auf die Patientensicherheit.

Das ist erstaunlich, da frühere epidemiologische Studien gezeigt hatten, dass kürzere Arbeitszeiten für die Ärzte selber gesünder sind: Sie haben weniger Autounfälle auf dem Heimweg, weniger Nadelstichverletzungen und weniger mentale Erkrankungen.

Leora Horwitz von der Yale Universität sucht im Editorial nach Erklärungen für diese Diskrepanz: Sie befürchtet, dass an vielen Kliniken die Assistenzärzte jetzt wohl die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit erledigen müssten. Allein die Begrenzung der Bereitschaftsdienste würde in den USA 1,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten.

Hektik könnte genauso viele Behandlungsfehler verursachen wie eine Übermüdung. Tatsache ist aber auch, dass kürzere Arbeitszeiten mit häufigeren Übergaben und Überweisungen der Patienten verbunden sind.

Positiv an der Studie ist, dass sie keine Hinweise auf eine Verschlechterung der Versorgungsqualität gefunden hat, wie dies gelegentlich befürchtet wurde – von leitenden Ärzten die ihre Leidenszeit als Assistenzarzt lange hinter sich und in der Erinnerung vielleicht etwas verklärt haben.


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