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Lesefrüchtchen – 01.01.2011

2011: Mal gespannt, wie ...

... elegant sich die bayerischen Hausärzte aus der Affaire ziehen und sich wieder dem ihnen verleideten KV-System zuwenden werden, nachdem der Systemumstieg gescheitert ist.

... wie amtlich die GOÄ, deren alsbaldige Reform wieder einmal versprochen wurde, noch sein wird, wenn  freivertragliche Vereinbarungen ("Öffnungsklausel") die amtlichen Sätze aushebeln können.

... ob es der Apobank gelingt, aus ihren Irland-Engagements mit einem blauen Auge davon zu kommen.

... wie der Bundestag das Kunststück fertigt bringt, die Präimplantationsdiagnostik zugleich zu verbieten und zuzulassen. 

... wer bei den Wahlen zum Bundesärztekammer-Präsidenten Anfang Juni obsiegt (in der Reihenfolge des Alters: Jonitz, 52, Montgomery, 58, Windhorst, 60) oder ob sich noch ein(e) lachende(r) Vierte(r) meldet und

... ob es den ostdeutschen Ärzten gelingt, einen der ihren als Vize durchzusetzen.


Leserkommentare

floresblue am Mittwoch, 26. Januar 2011, 21:59
Irrtum über GOÄ?
Die GOÄ ist doch sowieso nur für privatärztliche Tätigkeit gültig bzw. immer dann, wenn keine andere Regelung getroffen wurde. Die kollektiven Verträge der sozialen oder gesetzlichen Krankenversicherung sind doch praktisch eine Abgeltung der GOÄ, auf die die Teilnehmenden sich freiwillig eingelassen haben. Das war schon immer so, es sei denn, man möchte das für die Zeit von 1933 - 1945 nicht gelten lassen im Blick auf die Freiwilligkeit. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind ja in den 1930er Jahren geschaffen worden. Außerdem gibt es Honorarvereinbarungen für Gutachter seitens verschiedener Insitutionen wie den gesetzlichen Rententrägern und besondere Abmachungen mit den gesetzlichen Unfallträgern, den Polizeien, den Innenbehörden, früher auch Bahn und Post, Zivildienst, mit der Dt. Bundeswehr usw. Es war doch immer klar, dass das eine Art Gruppenverträge mit sozusagen besonderen oder rabattierten Preisen sind oder eben freie Honorarbereinbarungen, wie sie ja auch nach GOÄ von liqui-berechtigten Ärzten nach oben abgeschlossen werden können, völlig unabhängig von den Privatversicherungsverträgen, also davon, wie der selbstzahlende Patient im Verhältnis zu seiner eventuell vorhandenen PKV (je nach Tarifen und Bausteinen) das erstattet bekommen kann oder nicht. Die Behilfen des Bundes und der Länder gehen m.W. immer nach der GOÄ und GOZ, werden aber auch nicht ohne Weiteres Regelsatzüberschreitungen akzeptieren. Da muss der Pat. dann ggf. auch einen Selbstbehalt in Kauf nehmen, so oder so.

Die Sozialversicherungen sind in Deutschland über 100 Jahre alt und bis in die 1930er Jahre gab es zahlreiche Einzelverträge mit Ärzten. Außerdem gab es direkt angestellte Ärzte, die im Dienst der Kassen Sachleistung unmittelbar erbrachten (Sichtwort Ambulatorien), was auch heute in der BRD rechtlich m.W. durchaus zulässig ist.

Mir ist übrigens nicht bekannt, dass die schlechte Bilanz der Apobank für 2009 noch oder allein durch die irische Tochter verursacht wäre, denn der Skandal war ja schon 2007 und danach folgten noch mehrere andere.

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