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Gesundheit – 21.12.2010

Googles anatomischer Derwisch

Medizinstudenten aller Länder, atmet auf. Das Leiden an der topografischen Anatomie hat endlich ein Ende. Vorbei die Zeiten, in denen man daran verzweifelte, sich die Lage von Muskeln, Sehnen, Blutgefäßen und Nerven dreidimensional vorzustellen. Dies gelingt künftig dank einer namenlosen Person, die dem Computerspiel SIMS entsprungen zu sein scheint.

Anders als bei dem Simulationsspiel geht es allerdings nicht darum, die Dame modisch einzukleiden. Die Reise geht vielmehr ins Innere der Frau. Per Schieberegler lassen sich zunächst die Muskulatur, dann die Knochen, dann die inneren Organe und schließlich Blutgefäße und Nerven “freilegen”.

Durch einen Klick werden diese bezeichnet. Nicht ganz nach der geltenden Nomenklatur und auf Englisch, aber eindeutig. Mit der Zoomfunktion dringt der Blick in den Körper. Bemerkenswert ist, wie schnell die Mausbewegungen umgesetzt werden. Das anatomische Modell wirbelt wie ein Derwisch und ermöglicht jede gewünschte Perspektive.

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Den Anatomieatlanten wird sie allerdings nicht so schnell ersetzen. Die Google-Welt macht an den Grenzen der Organe halt. So sind die beiden Herzventrikel nur als gemeinsame Einheit erhältlich und Herzklappen oder Koronarien sucht man vergeblich. Die Gallenblase ist ziemlich groß und ragt über den Rand der Leber hervor. Klare Indikation für eine Cholezystektomie.

Wer weiß vielleicht spendiert Google den Nachwuchschirurgen ja demnächst den ersten Google Surgery Browser zum laparoskopischen Operieren. Da der ganze Spaß aber nichts kostet, sollte man sich nicht beschweren. Eine Garantie, dass alles stimmt, übernimmt Google wohl nicht.


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