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Gesundheit – 14.12.2010

Fenster zu beim Rauchen, Herr Nachbar

Kommen nach rauchfreien Arbeitsplätzen und Restaurants jetzt auch raucherfreie Wohnblöcke? Argumente für eine derartige Forderung liefert eine Studie der Harvard Universität in Boston, die die Cotinin-Spiegel von Kindern verglichen hat, die in einzeln stehenden Wohnhäusern und Appartmenthäusern leben.

Ergebnis: Kinder aus Appartmenthäusern waren häufiger mit Passivrauchen exponiert. Cotinin war häufig auch dann nachweisbar, wenn kein Elternteil rauchte, schreibt Jonathan Winickoff in Pediatrics (2010; doi: 10.1542/peds.2010-2046). Der Rauch dringt seiner Ansicht nach nicht nur durch die Fenster in die Nachbarwohnungen der Nichtraucher, auch die Wände böten keinen sicheren Schutz.

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Dies schließt der Autor aus der Tatsache, dass Kinder nicht nur in Appartmenthäusern, sondern auch in Reihenhäusern häufiger Cotinin im Blut hatten als die Bewohner von einzeln stehenden Häusern. Ob dies aber wirklich Folge der Passivrauchbelastung in der heimischen Umgebung ist, darf man bezweifeln.

Die Studie setzt lediglich den Anteil der belasteten Kinder in den verschiedenen Wohntypen in Beziehung. Winickoff will zwar soziale Faktoren als Erklärung ausschließen, ob dies gelungene ist, bleibt fraglich.

Auch ein komplettes Rauchverbot im Wohnblock, würde eine Cotinin-Belastung übrigens nicht verhindern. Auch die Kinder der Einfamilienhäuser waren zu 70 Prozent belastet. Der Anteil der Raucher in der US-Gesellschaft ist wesentlich geringer. Folglich müssen viele Kinder andernorts exponiert worden sein. Ein Wohnungswechsel kann eine Exposition der Kinder deshalb nicht verhindern.


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