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Gesundheit – 09.12.2010

Kardio-Pisa: Bildungsarmut macht herzkrank

Wahrscheinlich ist es reiner Zufall, dass die Ergebnisse der Copenhagen City Heart Study zeitgleich zur neuesten Pisa-Studie zur europäischen Bildungsmisere veröffentlicht wurden. Die Pisa-Studie hat erneut gezeigt, dass sozioökonomische Deprivation mit schlechten Schulleistungen assoziiert ist.

Die jetzt im European Heart Journal (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq435) publizierte Studie zeigt, welche gesundheitlichen Folgen dies haben kann: Männer und Frauen mit schlechter Schulbildung erkranken nämlich im späteren Leben doppelt so häufig an einer Herzinsuffizienz.

zum Thema
Nach der Berücksichtigung anderer kardialer Risikofaktoren verminderte sich der Unterschied um die Hälfte, was den Zusammenhang zwischen Bildungsarmut und fehlendem Gesundheitsbewusstsein eigentlich nur noch verstärkt.

Denn viele bekannte kardiale Risikofaktoren sind bei Bildungsarmen häufiger, und sie weisen auf Fehler in der Lebensführung hin: Rauchen, Alkoholexzesse, Bewegungsmangel sind “modifizierbar” und Bildung scheint einer der wesentlichen Faktoren für ihre Vermeidung zu sein.

Vielleicht wird es Zeit den Lehrplan an den Schulen zu ändern. Statt Biologie sollte vielleicht Medizin unterrichtet werden. Vielen Ärzten wäre es sicherlich recht, wenn ihre Patienten wenigstens Grundkenntnisse zu den Funktionen ihres Körpers hätten.


Leserkommentare

ushartel am Freitag, 10. Dezember 2010, 19:19
Kardio-Pisa
Bitte die Studien richtig lesen! Im Originalbeitrag (und in der Pressemitteilung der ESC) wird darauf hingewiesen, dass es in dieser Studie gerade nicht der Lebensstil war, der die Unterschiede in den Herzinsuffizienz-Risiken zwischen niedrigeren und höheren Bildungsschichten erklären kann. Die Studienleiter vermuten eher, dass sozioökonische Gründe, z.B. schlechtere medizinische Behandlungsstandards hier eine Rolle spielen.
Lehrplanänderungen werden in diesem Fall nicht helfen.
Kontrabass am Freitag, 10. Dezember 2010, 11:58
Zusammenhang mit Alkohol und Herzkrankheiten
All die schönen Untersuchungen zu Alkohol und Herzkrankheiten werden unter diesem Gesichtspunkt relativiert. Mässige Weintrinker gehören zu einer gehobenen Bildungsschicht. Abstinente, die sich keinen Wein leisten können, gehören oft zu einer bildungsarmen Bevölkerung. Ein weiterer Hinweis auf die nichtzutreffenden "Beweise" für das bessere Abschneiden der Alkoholkonsumenten.

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