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Gesundheit – 26.11.2010

Lotto oder das Erfolgsrezept der Melanome

Es gibt bislang kein Medikament, auf dass Krebserkrankungen nicht früher oder später resistent werden. Dies mussten auch die Ärzte erfahren, die PLX4032 einsetzen, auf dem derzeit viele Hoffnungen in der Behandlung des malignen Melanoms ruhen. PLX4032 inhibiert gezielt mutierte Versionen des sogenannten BRAF-Gens, die bei jedem zweiten Melanom auftreten und für das starke Wachstum des Tumors verantwortlich ist.

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PLX4032 erzielte in einer ersten klinischen Studie sehr gute Ergebnisse: Bei 24 von 32 Patienten, bei denen mehrere frühere Therapie versagt hatten, kam es zu einer Remission (NEJM 2010; 363: 809-819). Doch es dauerte nicht lange, bis PLX4032 seine Wirkung wieder verlor. Forscher haben jetzt gleich mehrere Wege gefunden, wie Krebszellen die Wirkung von PLX4032 umgehen. Sie bilden entweder ein Protein, das die Zellen vor der Wirkung von PLX4032 schützt (Johannessen et al. Nature 2010; doi: 10.1038/nature09627) oder sie schaffen einen neuen Stoffwechselweg, der die blockierende Wirkung umgeht (Nazarian et al. Nature 2010; doi: 10.1038/nature09626).

Dieser “Erfindungsreichtum” von Krebserkrankungen ist letztlich ein stochastisches Phänomen. Bösartige Tumoren zeichnen sich durch eine sehr hohe Mutationsrate aus. Dabei entstehen ständig neue Zellvarianten, viele führen zum Absterben der Zelle, andere haben keine Wirkung.

Immer findet sich aber unter den Millionen Zellen eine, die durch einen dummen Zufall eine Eigenschaft erwirbt, die das Überleben der Krebserkrankung sichert. Es ist im Prinzip wie beim Lotto.

Der gesunde Menschenverstand sagt, dass ein Gewinn unmöglich ist, aber alle paar Wochen gibt es einen Hauptgewinner. Beim Krebs leider mit katastrophalen Folgen für den Patienten.


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