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praxisnah – 09.11.2010
Online wird alles besser...
Online wird alles besser – so soll jetzt auch unsere Quartalsabrechnung zu aller Zufriedenheit per Netz unserer KV übermittelt werden. Nur noch ein paar Mausklicks statt einer altertümlichen Diskette, die von einer Sekretärin der KV in vorsintflutlicher Handarbeit in den PC geschoben wurde.
Begeistert war ich, ohne Frage, bis ich einen Kostenvoranschlag für die Installation von KV-SafeNet auf dem Tisch hatte. Über 600 Euro für die Installation, dazu monatliche Folgekosten von 20 Euro. Dafür soll es ziemlich datensicher sein, dafür kann ich bundesweite Online-Anwendungen nutzen und mich im KV-Netz tummeln.
Das ist ja schön, trotzdem habe ich mit diesen erheblichen Summen zur Bereicherung meines online-Lebens ein Problem. Es wird nicht bei 20 Euro pro Monat bleiben, wie bei vielen anderen Innovationen werden die Gebühren immer weiter steigen.
Das ist so sicher wie die im Fall begriffenen Regelleistungsvolumina. Für die verlangten Summen würde ich gerne zu meiner KV nach Münster fahren und persönlich eine Diskette in den PC der freundlichen Mitarbeiterin schieben.
Leserkommentare
Der Arzt der so eingeschränkt ist das er seine gesamten Praxisdaten von anderen unbemerkt ausspionieren lässt sollte heute schon mit Klagen rechnen. Da hilft weder die Berufshaftpflicht noch die Advocard!
Euer Keinverteter100
nun, die Akzeptanz von KV-SafeNet wird in der Ärzteschaft immer nachhaltiger.
Mittlerweile über 16000 Arztpraxen in Deutschland haben sich für einen KV-SafeNet Zugang entschieden.
Heisst das jetzt, dass diese 16000 Praxen, täglich kommen weitere hinzu, nicht mündig sind zu entscheiden, was gut für sie ist und was nicht? Wohl kaum!!!
Und nochmals: Es ist ein Märchen glauben zu müssen, dass diese Praxen faktisch dazu gezwungen wurden. Nein! Die Verantwortlichen in den Praxen haben für sich selbst erkannt, der IT-Fortschritt macht auch vor der eigenen Tür nicht halt. Das KV-SafeNet ist ein vernünftiger Weg für eine (recht) sichere Online-Übermittlung von Sozialdaten u. weiteren kritschen Daten.
Und das KV-SafeNet bietet darüber hinaus noch weitaus mehr Möglichkeiten.
Themenwechsel: Sogar unser Minister für Gesundheit - im übrigen, mit Rückendeckung durch Herrn Bahr (!!!) - gibt jetzt mächtig Gas beim Thema Gesundheitskarte und Online-Anbindung. Auch so ein streitbares Thema. Fakt ist aber, ist die Karte erst einmal da, wird kein Hahn mehr danach krähen, was da mal war. Ja, was war denn da eigentlich? Genau, viel Blödsinn, der erzählt und "gestreut" wurde.
Wagen Sie doch bitte einmal einen Blick zu unseren Nachbarn nach Österreich: Die Gesundheitskarte gehört da schon längst zum Alltag und negative Stimmen werden Sie kaum finden. Da müssen Sie mir der Lupe suchen. Aber auch hier war das "Geschrei" im Vorfeld ordentlich.
Warten wir es doch einfach einmal ab und geben dem Projekt eGK eine Chance.
Aber, nochmals, jeder Leistungserbringer entscheidet für sich selbst, welchen Weg bzw. welchen Alternativweg zum KV-SafeNet er einschlägt. Oder er reicht auch weiterhin seine Abrechnung per Diskette ein. Auch kein Problem. Die KBV hat klar entschieden: Die Online-Abrechnung ist nicht verpflichtend. Die einzelnen Landes-KVen entscheiden hier - und viele von denen haben entschieden, dass es keine Pflicht geben wird. Die Überzeugungsarbeit von in der Vordergrund rücken - und nur so funktionierts.
Zu guter Letzt: Das KV-SafeNet hat mittlerweile auch einen sehr hohen Stellenwert in den Kliniken erreicht. Mit welcher Klinik sie auch sprechen, entweder ist das KV-SafeNet dort schon gegenwärtig oder die Verantwortlichen beschäftigen sich gerade mit der Fragestellung zur Einführung.
röntgen, ein bekennender Pro-Sprecher von sicherer IT im Gesundheitswesen!
Antwort 1): Neue Rechner haben kein Diskettenlaufwerk mehr
Antwort 2): Die mitarbeiter in den Abrechnungszentren wissen nicht mehr, wie sie eine Diskette in den Rechner einschieben müssen.
Beide Antworten sind wenig sinnvoll, 1-2 Minuten Diskette einlesen in die KV-EDV je Praxis ist sicher und ein vielfaches weniger aufwendig als die Erstellung derselben in der Praxis !!!
Bleibt
Antwort 3) Es hat was mit Prestige zu tun.
Doch keiner erzählt den Ärzten die Wahrheit! Wollen die diese denn überhaupt wissen? Denn wenn? Würden sie sich keine Black-Box in die Praxis und ihre Praxisnetzwerk installieren lassen!!! Da diese nachgewiesen nicht nur extreme Schwachstellen (offene Ports ) über die man sehr einfach in das Praxisnetzwerk eindringen kann und die ganze Hard-, Software und angeschlossene Kommunikation) unbemerkt übernehmen, steuern und ausspionieren kann. Doch schön das der Arzt das ohne fremde proffesionelle Hilfe garnicht verhindern kann! Denn die gelieferte Black-Box ist natürlich mit einem Passwort gesichert (das meistens das gleiche in den installierten Praxen ist - haha) so das der Arzt ja nix merkt, verhindern oder sich schützen kann.
Hier aber lange nicht Schluß denn nun kommt die schon oben genannten Gefahren seit EInführung von Praxis-EDV hinzu. Da es in Deutschland vielleicht 30 Praxisnetzwerke gibt die aktuell sicher und vernüntig eingerichtet sind. Die viel zu teuere billig Hardware und die meistens einkabligen Praxisverkabelungen verhindern das man Praxis- und Intranet in der Praxis trennen kann. Denn das wäre wichtig! Da das Internet nicht das wirklichiche Sicherheitsproblem ist sondern die dort vorzufindende Hardware, Software, Verkabelung und Installation sowie notwendig sichere Einrichtung dieser!
Ich kann nur sagen das meine 5,- € Monatsbeitrag im leider einzigen Verbraucherschutzverein für Ärzte in Gelsenkirchen wirklich gut angelegt sind. Bestimme ich wer, wann und wie wer an meine Praxisdaten kommt und wem ich wirklich was für seine gute Hardware, Dienstleistung oder Software zahle.
Na ja Bequemlichkeit hat manchmal seinen Preis. Aber Abzocken und uns gefährden lassen! Damit ist bei mir Schluss!
Grüße aus Bochum
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