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Lesefrüchtchen – 07.09.2010

Private Krankenversicherung: Die Trittbrettfahrer

Die Lobbyisten der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben nun doch obsiegt. Auch die PKV soll künftig für Arzneimittel nur die Preise zahlen, die der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung mit der Pharmaindustrie für die Sozialversicherten ausgehandelt. Das soll in das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimttelmarktes, das bereits im Bundestag eingebracht wurde, eingeflickt werden.

Klingt gerecht und wird von der Bundesregierung und der PKV auch so verkauft. Tatsächlich hat die PKV ein Phyrrussieg errungen. Denn die weiteren Schritte zur Angleichung (um den kontaminierten Begriff Gleichschaltung zu vermeiden) sind absehbar. Welche Preise wird die PKV   z. B. für jene Arzneimittel zahlen, die in der GKV gar nicht mehr vorkommen? Für die Trittbrettfahrer gäbe es auch da eine Patentlösung: Was die GKV nicht  im Angebot hat, erstattet  auch die PKV nicht mehr.

Ärzte könnten in Versuchung kommen, die Trittbrettfahrerei der PKV gut zu heißen, könnte doch Sparsamkeit bei den Medikamenten, Luft für die Honorare bedeuten. Doch gemach. Schon seit längerem läuft die Diskussion darüber, GOÄ und EBM einander anzugleichen. Wenn es dazu kommt, und der Weg scheint jetzt bereitet, wird das zur Nivellierung nach unten führen.



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