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Gratwanderung – 24.08.2010

Steinmeier spendet eine Niere: Möglicher Denkanstoß

„Steinmeier spendet seiner Frau eine Niere“ (Bild), „Steinmeier zieht sich zeitweise aus Politik zurück“ (FAZ), „Steinmeier will das Leben seiner Frau retten“ – so lauteten heute die Schlagzeilen der Tageszeitungen. Mangels Alternativen werde er selbst der Organspender sein, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, der sich zu Recht viele Sympathien für diese Ankündigung erworben hat.

Auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat Steinmeiers Engagement für seine Frau gelobt. Und gleichzeitig nutzte Rösler auch die Gelegenheit, für die Lebendspende zu werben. Denn die Bedeutung der Organspende ist nur selten ein Thema, mit dem man Schlagzeilen machen kann.

Deshalb könnte der prominente Organspender vielleicht tatsächlich dazu veranlassen, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, ob man selbst bereit wäre, Organe zu spenden und dies dann auch in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Die Wartelisten für lebensrettende Organe sind nämlich so lang, dass Lebendspenden nur für wenige Patienten ein Ausweg sein können.

Ich habe jedenfalls einen Ausweis ausgefüllt.


Leserkommentare

adonis am Freitag, 27. August 2010, 16:56
Also ich muss auch sagen, dass mich Herr Steinmeier
damit sehr beeindruckt hat. Man darf ja nie vergessen: Es gibt ja auch ein Risiko für den Spender. Insofern ziehe ich meinen Hut vor ihm.
grosserosser am Freitag, 27. August 2010, 09:05
Sicher gut, aber
was ist an den Gerüchten dran, das
- es Fälle gab, wo der Empfänger mit messbarem Alkoholspiegel bei Aufnahme zur LTX war
- Spender zur Lebendspende gedrängt wurden (München?)
- In Jena eion órtsfremder Operateuer einfach mal in den Op kam und eine zweifelhafte Lebendspende vornahm
- der Anteil der PP bei den Tx extrarenaler Organe > dem Anteil der PP in der gesamtpopoulation sei

Die einzige Lösung: Eintrag in den Personalausweis mit dem 18. LJ, ob einer Spender ist. Wenn nein, dann auch kein Organ. Vor dem Wechsel von Nichtspender zu Spender steht eine gründliche Untersuchung, um ein Tricksen zu verhindern.
Lösungen wie in Österreich (Pflicht, aber eben kein Zwang) sind zu weich.


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