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Lesefrüchtchen – 22.03.2010

Arzneimittel: Das Rezept, ein Überraschungsei

Jeder Kassenpatient kennt das (und der Vertragsarzt wird´s zumindest ahnen): Er kommt mit einem Rezept in die Apotheke, der Apotheker sucht langwierig im Computer, welches Präparat die jeweilige Kasse erstattet und reicht wieder mal eine andere Packung über den Tresen. Und der Apotheker erklärt einmal mehr, dass auch die neue, so andere Packung genau den Wirkstoff enthält, den der Doktor verordnet hat. Ein Patient mit Dauermedikation kann so mehrmals im Jahr mit unterschiedlichen Produkten überrascht werden.

Die Koalition will das ändern. Die CDU/CSU jedenfalls schlägt vor, den einzelnen Kassen die Möglichkeit, direkt mit Herstellern über Rabatte zu verhandeln, wieder zu nehmen. Statt dessen sollen die Festbeträge ausgeweitet werden. Die aber setzt der GKV-Spitzenverband ("Bund der Krankenkassen") fest, nicht jede Kasse für sich. Den Kassen würde damit eine Spielwiese, auf der sie Wettbewerb üben können, weg genommen. Deshalb könnte es wegen der geplanten Reform der Arzneimittelpreisfindung zu einem Machtkampf der Kassen mit ihrem eigenen Spitzenverband kommen.

Für Arzt und Patient überwiegen die Vorteile: Was auf dem Rezept draufsteht, wird auch ausgehändigt.


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