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Lesefrüchtchen – 22.03.2010

Sexueller Missbrauch: Auch Benedikt bemüht den Zeitgeist

In seinem Hirtenbrief an die irischen Katholiken macht Papst Benedikt XVI. zwar nicht die libertären 68er für sexuelle Verfehlungen verantwortlich, wohl aber "die Tendenz vieler Priester und Ordensleute, Weisen des Denkens und der Einschätzung säkularer Realitäten ohne ausreichenden Bezug zum Evangelium zu übernehmen." (Der Brief ist unter www.dbk.de zu finden.) Ein bisschen umständlich ausgedrückt. Gemeint ist: Der Zeitgeist war/ist der Verführer. Der Verweis auf diesen Bösewicht scheint sich zur kirchlichen Sprachregelung zu entwickeln.

Der Sexualwissenschaftler Klaus Beier, der an der Charité ein an Pädophile gerichtetes Projekt (www.kein-taeter-werden.de) leitet, hält den Versuch, derartige Neigungen mit dem Zeitgeist zu erklären, für "ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver von der erforderlichen Auseinandersetzung auch mit den schwer verständlichen Aspekten menschlichen Daseins".

Zudem: Die Täter wussten genau, dass der Missbrauch von Kindern zeitlos schwere Sünde ist, um den kirchlichen Sprachgebrauch zu nehmen. Aber genau so wussten sie, dass ihnen als Mitgliedern einer geschlossenen, als elitär begriffenen Kaste, nichts Schlimmes widerfahren würde, ihre Taten, wenn überhaupt nur intern geahndet und nach außen vertuscht werden würden.


Leserkommentare

adonis am Montag, 29. März 2010, 07:53
Die Vorsitzende der EKD ist nach der Trunkenheitsfahrt zurückgetreten.
Herr Ratzinger, der sich im permanenten Stadium der Trunkenheit bezüglich von pädophilen Priestern befindet, tritt nicht zurück. Nun ja, die Kirchenaustritte werden vielleicht einmal auch die Kirche zum Umdenken bewegen.

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