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Gratwanderung – 19.03.2010

Menschliche Eizelle zu verlosen – inakzeptable Werbeaktion

Um ihr Geschäft anzukurbeln, bietet eine britische Kinderwunschklinik jetzt ein Gewinnspiel an, bei dem eine menschliche Eizelle verlost wird. Das Londoner Bridge Centre und eine US-amerikanische Klinik haben sich diese Aktion ausgedacht, um das gemeinsame „Baby Profiling“-Programm für künstliche Befruchtung zu bewerben.

In Großbritannien ist der gewerbliche Verkauf menschlicher Eizellen nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb ging das Bridge Center die Partnerschaft mit der Klinik in den Vereinigten Staaten ein. 

Dass man auch mit ausgefallenen Ideen werben kann, ist nachvollziehbar und legitim. So ist auch die Verlosung mit einem eigenen Produkt ein guter Marketinggag. Aber wenn es sich dabei um eine menschliche Eizelle handelt, ist dies völlig inakzeptabel.

So ist es nicht hinnehmbar, dass Embryonen nach bestimmten Eigenschaften ausgewählt werden dürfen. Abgesehen davon besteht auch die Gefahr, dass die Frauen für den „Gewinn“ möglicherweise ein nicht unbeträchtliches gesundheitliches Risiko eingehen.


Leserkommentare

adinad am Donnerstag, 8. April 2010, 20:29
"The handmaid's tale"
Margaret Atwoods Buch, 1990 verfilmt von Volker Schlöndorff: "Die Geschichte der Dienerin"

Dieter am Donnerstag, 1. April 2010, 19:28
Der Mensch als Nutzvieh
Willkommen bei der Glücksspirale! Der Mensch als Nutzvieh scheint ausgesprochen beliebt zu sein, sind die Margen doch höher als bei Schweinen, Rindern oder Kälbern! Der Gewinn in dieser neuen Branche ist aber auch schon durch alteingesessene Zünfte wie Drogen- und Menschenhandel oder Kinderpornografie zu bekommen, nur da finden sich einfach keine Juristen, die dies so hübsch "legal" hinbekommen wie hier. Ein Mix aus "1984" und "Farm der Tiere" als Zukunftsvision, Wertewelt ade.


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