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Gratwanderung – 04.12.2009

Aktive Sterbehilfe – Endlich ein Umdenken in Europa

In drei Ländern in Europa ist die aktive Euthanasie bereits legalisiert, in den Niederlanden, in Belgien und in Luxemburg. In anderen Staaten gibt es ähnliche Bestrebungen. Auch in Deutschland sprachen sich in Umfragen immer wieder Mehrheiten für eine Tötung auf Verlangen oder einen ärztlich assistierten Suizid aus.

Doch endlich scheint ein Umdenken einzusetzen. So ist es durchaus ein ermutigendes Signal, das Ende November die französische Nationalversammlung eine von den Sozialisten eingebrachte Gesetzesinitiative zur Straffreiheit für aktive Euthanasie abgelehnt hat. Auch in der Schweiz wurde ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der die organisierte Suizidbegleitung verbieten oder zumindest erschweren will.

Und dies entspricht sicherlich auch dem Wunsch der meisten schwerstkranken und sterbenden Patienten. Denn diese wollen in der Regel keine „Giftspritze“, sondern eine umfassende Palliativversorgung. Tötung auf Verlangen darf deshalb keine ärztliche Aufgabe werden.


Leserkommentare

advokatus diaboli am Freitag, 4. Dezember 2009, 18:30
In der Tat: Umdenken ist erforderlich!
Sehr verehrte Frau Klinkhammer,

ob sich Ihr Hinweis darauf, dass „dies … sicherlich auch dem Wunsch der meisten schwerstkranken und sterbenden Patienten (entspricht), sich nicht letztlich als ein frommer Wunsch erweist, steht nach wie vor zur Diskussion an. Zum Nachdenken muss insbesondere anregen, dass auch mehr als ein Drittel der Ärzte für liberalere Regelungen votiert, wohl auch in Kenntnis dessen, dass ca. 3-5% der auch palliativmedizinisch betreuten Patienten gleichwohl unfassbares „Leid“ ertragen müssen – mal abgesehen von der Möglichkeit der terminalen Sedierung.

Palliativmedizin und eine ärztliche Assistenz beim Suizid eines Schwersterkrankten schließen sich nicht aus und auch unter der Annahme, dass viele sich nicht für die „Giftspritze“ entscheiden sollten, sollte das Leid der 3-5% Schwersterkrankten nicht vergessen werden, denn es geht im Zweifel um ihren Wunsch, einen „schnellen Tod“ vorzuziehen.


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