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praxisnah – 05.12.2009

Ausweiskontrolle

Ich kehre von einer Fortbildung zurück, auf der Autobahn zwängt sich das eben Gehörte in die Monotonie des Straßenverkehrs... das dem Amiodaron verwandte Dronedaron blockiert die Natrium–, Kalium– und Calciumkanäle.... in einem Untersuchungszeitraum von durchschnittlich 21 Monaten war das Risiko für kardiovaskuläre Hospitalisierungen und Tod jeglicher Ursache um 24 Prozent signifikant reduziert... im Vergleich zur Placebo-Gruppe zeigten sich vermehrt Bradykardien, Verlängerungen des QT-Intervalls, Hautausschlag und erhöhte Serum-Kreatinin-Werte... plötzlich sehe ich rot. Mist.

Ich bin mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Baustelle gefahren und werde von einem Polizisten heraus gewunken. "Guten Abend, Fahrzeugschein und Papiere, bitte!", meint der freundliche Beamte. Nervös versuche ich, in dem Sammelsurium meiner Brieftasche die gewünschten Dokumente zu finden. Aber wie bei einer Komplikation, die die andere jagt, werde ich nicht fündig.

Ersatzweise händige ich meinen schon reichlich zerfledderten Organspendeausweis dem Beamten aus. Dieser studiert ihn bedächtig und meint dann schließlich: "Sie können weiter fahren. Schönen Abend noch!" Hätte ich nie gedacht, dass meine Spendenbereitschaft mir schon zu Lebzeiten Freude bereitet.


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