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Gratwanderung – 05.10.2009

Generation 100: Nicht Jugend und Schönheit als wichtigste gesellschaftliche Werte

Die meisten der im Jahr 2000 geborenen Kinder werden ihren hundertsten Geburtstag erleben, berichten Forscher in der Zeitschrift „The Lancet“. Das ist einerseits erfreulich. Doch in einer „Gesellschaft des langen Lebens“ gewinnt auch die Betreuung multimorbider, pflegebedürftiger und dementer Menschen immer mehr an Bedeutung.

Zunehmend brechen soziale und familiäre Strukturen weg, und die Zahl betagter Menschen in Einzelhaushalten nimmt zu. Man kann davon ausgehen, dass im Jahr 2050 mehr als zwei Millionen Menschen an demenziellen Erkrankungen leiden.

Es ist also höchste Zeit, die Probleme des langen Lebens nicht länger zu verdrängen, sondern alles dafür zu tun, ein Altern in Würde zu ermöglichen. Der Deutsche Ärztetag forderte dazu im vergangenen Jahr, eine Stärkung der geriatrischen Rehabilitation, eine Aufstockung der Finanzmittel im Pflegebereich und eine bessere Vernetzung aller Akteure. Auch die Angehörigen von Demenzkranken benötigen eine bessere Unterstützung.

Und nicht zuletzt sollte man sich fragen, ob es wirklich richtig ist, dass unsere Gesellschaft vorwiegend auf Jugend, Leistung und Schönheit setzt und dabei die Werte des Alters immer weniger zu schätzen weiß.

Abstract der Lancet-Studie


Leserkommentare

malocherdoc (freespeech) am Donnerstag, 15. Oktober 2009, 15:29
Kranke Gesellschaft
<<und dabei die Werte des Alters immer weniger zu schätzen weiß>>

Welche Werte des Alters denn bitteschön ... was soll das denn sein?


<<die Betreuung multimorbider, pflegebedürftiger und dementer Menschen immer mehr an Bedeutung. ...
... Zunehmend brechen soziale und familiäre Strukturen weg>>

Es kann doch nicht sein, daß Deutschland bald noch mehr Geld in die Pflegeindustrie steckt, in die von Heuschrecken-Investment-Groups aufgekauften Altenpflegeketten ...
... in dieser gestörten Nachkriegsgesellschaft, die sich die von außen erzwungene Entzweiung der Familien und der Generationen zum Ziel gemacht hat ... (während in fast allen anderen gesunden, nicht-deutschen Gesellschaften die familiären Bande natürlich und gut funktionieren)


Alles nur krank!

Gruß
malocherdoc

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