55/82

Gratwanderung – 09.09.2009

Anti-Aids-Kampagne: Diskriminierend und sexistisch

Eine neue Anti-Aids-Kampagne sorgt zurzeit nicht nur in Deutschland für Aufregung. In einer wohl bewussten Provokation zeigt die Agentur „das comitee“  in Zusammenarbeit mit dem Verein Regenbogen unter dem Motto „Aids ist ein Massenmörder“ Video-Spots mit Adolf Hitler beim Sex. Weitere Protagonisten der Kampagne sind Josef Stalin und Saddam Hussein.

Diese Spots stießen auf heftige Kritik beispielsweise der Deutschen Aids-Hilfe, die sogar rechtliche Schritte erwägt. Sie weist zu Recht darauf hin, dass die Spots in keinerlei Hinsicht vermitteln, wie man sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Doch gerade das sollte der Sinn einer Anti-Aids-Kampagne sein. Zahlreiche andere Gründe sprechen ebenfalls gegen die Aktion.

Sie ist gleichzeitig unästhetisch, sexistisch und diskriminierend. HIV-Infizierte werden mit Massenmördern gleichgesetzt, Frauen als willige Opfer inszeniert, die Opfer des Nationalsozialismus werden gekränkt und verhöhnt.  Der Verein Regenbogen zeigt sich von den heftigen Reaktionen überrascht. Doch hätte er damit nicht rechnen müssen? Zum Glück hat Youtube das Video inzwischen von seiner Plattform entfernt.



Bookmark-Service:
55/82
Gratwanderung
Frau Doktor
Börsebius
Britain-Brain-Blog
Das lange Warten
Dr. McCoy
Dr. werden ist nicht schwer...
Gesundheit
Lesefrüchtchen
Sea Watch 2
Pflegers Schach med.
PJane
Polarpsychiater
praxisnah
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Unterwegs
Vom Arztdasein in Amerika