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praxisnah – 22.09.2009

Selbstständig

Wenn meine Liebste mit signifikanter Häufung von Rastalöckchen redet, weiß ich, dass es Zeit ist, alte Zöpfe abzuschneiden. Also trete ich den ungeliebten Gang zum örtlichen Figaro an.

Nicht, dass mich das Schneiden stört, es ist eher dieser berufsimmanente Hang zur Konversation, der mich von der Restauration meiner spärlichen Haarpracht abhält. „Das Wetter könnte besser sein, nicht wahr?“ Ja, vielleicht. „Und was machen Sie beruflich?“ Äh, ich bin selbständig. „Und im welchem Bereich?“ Hmmmm.... im Gesundheitssektor. „Und was machen Sie da genau?“ Bin halt selbstständig.

„Haben Sie einen eigenen Betrieb?“ Ja, so ungefähr. „Verkaufen Sie?“ Nein, nicht so direkt. „Dann sind sie Arzt?“ Mist. Ja. „Wunderbar! Dann müssen Sie sich mal diesen Fleck auf meinem Unterarm ansehen, meine Krampfadern sowieso, und meine Tante, die hat Oberbauchbeschwerden, der Onkel am Herzen, der Opa an den Gelenken!“ Beim nächsten Friseur erkundige ich mich erst, ob er vorher bei der Kripo war.


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