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Dr. werden ist nicht schwer... – 02.08.2009

Sehr geehrte Professoren,

heute wende ich mich in meinem Blog mit einer Aufforderung direkt an Sie:  

Bereiten Sie sich auf mündliche Examensprüfungen vor, auch wenn Sie „nur“ der Prüfer sind!

Ich konnte den Unterschied zwischen verschieden gut vorbereiteten Prüfern bei meinem eigenen Examen sehr deutlich spüren. Der erste Prüfer hatte sich einen Zettel mit Stichpunkten mitgebracht, die er alle prüfte. Dabei stieg der Schwierigkeitsgrad bis zu sehr speziellen Themen. Alles in allem sehr fair.

Mein zweiter Prüfer kam gerade aus dem OP-Saal und schien thematisch zu improvisieren. Er begann mit einer Klassifikation, die keines meiner vielen Bücher nannte und machte auch mit Themen weiter, die man nicht unbedingt primär als Themen seines Fachgebiets hätte vermuten sollen.

Der nächste Kollege improvisierte unverhohlen und kramte dabei Fragen heraus, die ich zwar größtenteils beantworten konnte, die jedoch meinem Empfinden nach inhaltlich eher im Bereich einer Facharztprüfung anzusiedeln waren, was mir Fachkollegen später bestätigen konnten.

Der letzte Prüfer hatte sich wiederum vorbereitet und hatte Daten zu einem Patienten mitgebracht und entwickelte den Fall Schritt für Schritt mit mir. 

Es hilft nicht nur dem Prüfling, wenn Sie sich vorbereiten, sondern auch Ihnen selbst. Sie haben nicht viel Zeit zur Verfügung, um herauszufinden, wie gut Ihr Prüfling ist. Vertrödeln Sie die Zeit nicht mit der Klassifikation von Prothesenbrüchen. Tun Sie sich und dem Prüfling den Gefallen und legen Sie sich Ihre Themen vorher zurecht.

Vielen Dank,

Ihr Anton Pulmonalis


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