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Lesefrüchtchen – 21.07.2009

Sprachliches 1: "womöglich"

Unter den Toten des Unglücks von Nachterstedt wurde anfänglich auch ein junger, taubstummer Mann vermutet. "Womöglich", vermeldete ddp und viele druckten es nach, befinde sich unter den Opfern auch ein 20jähriger.

Nun, der junge Mann, er war übrigens 22, meldete sich später bei der Polizei. "Wo" sein Tod "möglich" gewesen wäre, war von Anfang klar: in dem Erdrutsch entlang des ehemaligen Tagebaus. Aber das wollte der Schreiber gar nicht sagen. Er meinte: vielleicht, wahrscheinlich, sicherlich, vermutlich, gerüchteweise gebe es ein weiteres Opfer. Doch die üblichen Vokabeln waren dem Journalisten vermutlich zu alltäglich und er griff zum aktuellen Modewort.

Denn "womöglich" wird neuerdings wieder gern gebraucht. Meistens falsch.


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