109/127

Lesefrüchtchen – 10.06.2009

Nach der Europawahl: knallhart

Ulla Schmidt, unsere Gesundheitsministerin, hat das Begehren der Krankenkassen nach einem verlorenen Zuschuss für den Gesundheitsfonds  zurückgewiesen. Knallhart. Zu beachten ist dabei, dass Schmidts Interview in der Financial Times Deutschland, über das jetzt alle Welt berichtet, am Dienstag, den 9. Juni, erschien. Am Sonntag, zwei Tage zuvor war Europawahl, bei der die SPD kräftig eins aufs Haupt bekam, während FDP sehr gut und CSU überraschend gut wegkamen.

Das Wahlergebnis hat zu einem plötzlichen Stimmungswandel in Sachen Staatshilfen geführt. Arcandor geht unmittelbar nach der Europawahl pleite! Die Opel-Retter erkennen plötzlich, dass sie, bis auf einen, bei ihrer mitternächtliche Rettungsaktion wohl geleimt wurden. Ja, und die Spitzenverbände der Krankenkassen hatten ihre Forderung nach 2,9 Milliarden Euro für den Gesundheitsfonds schon Ende April gestellt. Nach der Wahl kommt die Absage. Den Kassen wird zwar das Defizit, das sie für 2009 auf jene 2,9 Millarden schätzen, von der Bundesregierung ausgeglichen, sie müssen das Geld aber bis 2011 zurückzahlen.

Ärgerlich für Ärzte und Patienten ist freilich, dass die Kassen die Sparpolitik neuerlich verschärfen werden. Sie werden nicht zimperlich sein. Erinnert sei an die Aktionen, mit der einzelne Kassen im Verein mit einem Ärzteverband Ärzte zu manipulierten Diagnosen zu verleiten versuchten, um den Anteil von chronisch kranken Versicherten zu erhöhen. Seltsam übrigens, dass das niemand als Anstiftung zum Betrug bezeichnet hat.


Bookmark-Service:
109/127
Lesefrüchtchen
Frau Doktor
Börsebius
Britain-Brain-Blog
Das lange Warten
Dr. McCoy
Dr. werden ist nicht schwer...
Gesundheit
Gratwanderung
Sea Watch 2
Pflegers Schach med.
PJane
Polarpsychiater
praxisnah
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Unterwegs
Vom Arztdasein in Amerika