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praxisnah – 04.05.2009

Urlaubstagebuch – Teil 10: Sünde gehört zum Leben

Wir sind im Restaurant. Breit fläzt sich der Schinkenspeck in übersättigten Fettsäuren und schwarzen Pfannen. „Warum sind leckere Dinge eigentlich immer ungesund?“ will meine Liebste wissen. Ich grüble darüber lange.

Die WHO-Definition der Ungesundheit hilft mir in dieser komplexen Frage nicht wirklich weiter. Es muss einen anderen Grund geben. Aus der Sicht der schinkenspendenden Schweine liegt wahrscheinlich kein Grund vor, den Appetit zu vermiesen. Sie ahnen ja nichts von ihrer Verwurstung.

Plausibler ist die Implantation eines schlechten Gewissens, um die Umsätze für pharmazeutische Produkte wie Statine oder Diätpillen aufzuspecken. Aber sonst freuen sich alle wie die Maden im Speck über selbigen: die verwurstende, pardon verschinkende Industrie, der Restaurantbesitzer, die Wissenschaftler, die... „Und zu welchem Schluss kommst Du?“ Sünde gehört zum Leben, wie dieser Schinken auf meinen Teller.


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