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praxisnah – 24.03.2009

Urlaubsplanung

Es muss wohl daran gelegen haben, dass ich in den letzten Monaten eine draculoide Metamorphose durchgemacht habe: Tagsüber Nahrungsverweigerung im Sprechstundenstress, abends nur ein Glas Rotwein, nachts gepeinigt von Alpträumen, die sich mehrheitlich mit Regelleistungsvolumina im Centbereich befassten.

Wenn diese (die schlechten Träume, nicht die Honorare) durch eine Nykturie unterbrochen werden, wecke ich natürlich meine geliebte Frau, die anlässlich des wiederholten Ganges zum Altar der Prostata meint: „Es reicht, Du kriegst die rote Karte, 3 Wochen Auszeit. Ab in die Sonne! Schluss mit dem nachtaktiven Horror!“

Ich verweigere den gut gemeinten Therapievorschlag mit den üblichen Floskeln, die einem die Kassenmedizin so beibringt: Das geht nicht, denk' doch an die Quartalsobergrenzen, jammer; ich bin doch unentbehrlich, jammer; ich muss doch arbeiten, bis die Knochen sichtbar sind, jammer. Meine Frau dreht mir nur den Rücken zu, was übersetzt so viel heißt: Morgen buche ich!

Und so mäandern meine Gedanken zwischen  drohendem Urlaub, der Weltrezession im Allgemeinen und meinem Punktwertverfall im Besonderen. Sowie zwischen Dracula und meiner Prostata, die mir letztendlich alles eingebrockt haben. Im Halbschlaf fällt mir auf, dass der besagte Graf aus Transsylvanien trotz seines hohen Alters nie mit einem Dauerkatheter gesichtet wurde. Vielleicht war das ja sein Problem.


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