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Polarpsychiater – 13.03.2009

Führung und Informationsfreiheit

In der vorigen Woche gab es eine kleine Sensation. Vorausgegangen war eine längere, reibungsvolle Entwicklung im Führungsstil zwischen einem Abteilungschef und dessen (Unter-) Abteilungsleitern. Eine Serie von intensiven Gesprächen mit der Leitungsebene des Gesamthauses und einer Moderatorin ergab ein überraschendes Resultat.

Jener Abteilungschef erkannte, dass er sich schon länger überfordert und nach 15 Jahren in der Leitung erschöpft fühlte. Er wird eine Studienpause machen, um sich fachlich fit zu machen, dann wieder im Feld arbeiten – und das Ganze ist o.k. so.

Hier im norwegischen staatlichen Gesundheitssystem setzt man auf eine Führung in Form von regionalen "Gesundheitsfirmen", welche wie jede andere Firma in der freien Wirtschaft betrieben werden. In der Idealform eine Mischung aus staatlicher Stabilität und wirtschaftlicher Flexibilität.

All das, und das muss man immer wieder betonen, natürlich vor dem Hintergrund der Informationsfreiheit. In den skandinavischen Ländern gibt es seit Jahrzehnten eine umfassende Freiheit für Zugang zu Informationen aus öffentlichen Verwaltungen, die nicht durch Persönlichkeitsrecht geschützt sind.
Das wiederum führt zu einer stärkeren Identifizierung – ich – kann sehen, wofür in – meiner – Verwaltung die Gelder aufgewendet werden. Parallel dazu sind auch Steuerinformationen frei zugänglich. Welche Einkommen und welches Steueraufkommen man in zum Beispiel 2007 hatte, ist öffentliche Information. Das Steuerzahlen ist allerdings, wenn auch manchmal mit einem gequälten Lächeln, Ehrensache. Alle wissen, das staatliche System der Versorgung und dessen Qualität braucht Einsatz und Geld.


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