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Gratwanderung – 25.02.2009

Berechtigte Vorbehalte

Ärzte aus Israel haben in PLoS Med den Fall eines Kindes beschrieben, das vier Jahre nach einer Stammzelltherapie in Moskau multiple Tumoren im Zentralnervensystem entwickelte.

Der heute 17-jährige Patient leidet an einer Ataxia telangiectasia, einer autosomal rezessiven Erkrankung, die mit einer Kleinhirnatrophie und Teleangiektasien einhergeht.

Dass verzweifelte Eltern nichts unversucht lassen, um ihr Kind zu retten, ist absolut nachvollziehbar. Dass dies jedoch Ärzte ausnutzen, kann man nur als unverantwortlich bezeichnen. Und das Vertrauen in die Stammzellforschung wird durch diese sogenannte Therapie auch nicht gerade gestärkt worden sein.

Zwar fordern die Autoren der Studie dazu auf, Stammzelltherapien nicht zu verbieten und die Forschung voranzutreiben, doch der ethisch mehr als fragwürdige Heilversuch mit fötalen Stammzellen wird zu Recht in Deutschland die Skepsis vieler Ärzte und Politiker auch gegen die embryonale Stammzellforschung bestätigen.

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